Wenn Stolz das Herz erfüllt

Manchmal, nein eigentlich meistens, traue ich Adgi zu wenig zu. Ich mache mir das Leben mit ihm leicht und gehe vielen aus dem Weg, was auch nur im Ansatz kompliziert werden würde.
Das ist mir aufgefallen, als ich mich mit Sabine und Socke in einem Cafe wiedergefunden habe und Adgi sich toll benommen hat. Und es ist mir gerade kürzlich wieder aufgefallen. Mit Angst los, mit Stolz nach Hause.

Die Versammlung-eine Probe

Wie du weißt, sind wir ehrenamtlich unterwegs. Letztens hatten wir dazu eine große Versammlung und wir sollten Adgi mitbringen. Schließlich sind wir der Besuchshundedienst.

Der Dicke war den ganzen Tag grummelig. Uns ging der Mut aus. Immerhin wollten wir uns nicht blamieren, wollten uns nicht rechtfertigen, wenn er jemanden anbellt und sich nicht benehmen kann. Doch wir mussten da nun durch.

Angekommen, stand ein anderer Hund schon in der Tür. Nachdem sich die beiden bekannt gemacht hatten, leinten wir Adgi ab und ließen uns ganz in die Situation fallen.
Der Stolz begann, als er mir nicht von der Seite wich und, als das Catering kam, wurde nicht gebellt. Nein, Adgi lief nicht mal zu den Fremden.
Dann begann die Versammlung und das war eigentlich der Moment, vor dem es uns am meisten grauste, denn sobald Bewegung auf dem Flur ist bellt er los. Normaler Weise. Doch diesmal schmuste er sich an und schwieg. Richtig süß war es, als Micha unseren Dienst zusammen fasste und Adgi mit ihm nach vorne ging und sich wie selbstverständlich dazu stellte. Immerhin, ist er die Hauptfigur bei den Besuchen.

Er legte sich sogar von ganz allein hinter uns ab und schlummerte weg. Natürlich erst, nachdem er durch die Reihen geschlendert war und ganz besuchshundelike mit jedem gekuschelt hat.

Als hätte ich nicht schon das Gefühl gehabt habt zu schmelzen, gab es danach Buffet und Adgi hat nichts geklaut. Natürlich hat er seine große braunen Augen eingesetzt immer in der stillen Hoffnung, es könnte doch was herunterfallen. Doch von allen Seiten kam, dass er ja gar nicht aufdringlich bettelt. Hach, Musik in meinen Ohren.

Ziemlich kaputt sind wir 3 Stunden später wieder nach Hause. Kaputt aber unglaublich stolz und wieder einmal dachte ich mir: Anika, du bist so doof, dir und deinem Hund so wenig zu zu muten.

Zu ängstlich, zu viele Gedanken und zu wenig Vertrauen

Und das ist tatsächlich so. Ich mache mir das Leben mit Adgi echt einfach und weiß auch, dass er mehr kann. So viel mehr. Aber ich nutze es nicht aus. Einfach aus Gemütlichkeit und immer auch ein wenig Angst davor, sich zu blamieren.

Übrigens klappen solche Dinge besser, seit wir einen tollen Tipp bekommen haben, der einfach ist: Den Hund nicht zwingen sich hinzulegen. Schon gar nicht, wenn andere Hunde mit im Raum sind. Das klingt einfach und ist es auch. Seit Adgi sich allein entscheiden darf, ist er viel entspannter und drückt sich immer fest an einen. Es sei denn, wir sind in einem Restaurant und Adgi muss  platzsparend sein. Dann lege ich ihn auch ab. Aber erst, wenn ich das Gefühl habe, dass er sich wohl fühlt.

Komm mit in unseren Alltag

4 Gedanken zu „Wenn Stolz das Herz erfüllt

  1. Du kannst zurecht stolz sein und es von nun an besser machen. Traue Adgi mehr zu und gib ihm die Chance Dich stolz zu machen. Ich bin sicher, dass er Dich nicht enttäuschen wird.

    Ich gebe zu, dass mich Socke auch stolz macht, weil sie wirklich ein toller Begleithund ist, der sich überall gut macht. Doch habe ich nie darüber nachgedacht, sondern habe Socke vom ersten Tag an überall und ohne Ängste und Bedenken mitgenommen. Sie hat alle Situationen toll gemeistert und mich damit bestärkt, dass das genau richtig ist.
    Ich denke, dass diese nahezu unbekümmerte Einstellung Socke half, es als normal anzusehen. Im Laufe der Zeit überlege ich viel mehr, was für Socke geht und was nicht. Dies ist aber sicher eher ihrem Alter und Befinden geschuldet. Und meist kommt sie mit und wir haben Vorkehrungen für sie getroffen……

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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