Unter die Haut

Mit 12 ging es mir schlecht.

Die Krankheit? Oh ganz schlimme Sache: ich hatte Pubertät.

Meine letzte Katze wurde mir geklaut und so bekam ich eine neue. Ein vierfarbiges Katzenbaby.

Benannt habe ich sie nach Paula aus GZSZ-die, die mit John zusammen kam, später blaue Haare hatte und dann mit Ihrer Freundin aus der Serie verschwand.

Wir fuhren zwei Dörfer weiter und da sprang sie mir entgegen. Ich nahm sie auf den Schoß und sie blieb.

Stolz wie Bolle kam ich mit ihr auf dem Arm nach Hause und legte ihr Geschirr an. Wir spielten in der Sonne und schliefen ein. Abends schlief sie im Keller.

Nach einiger Zeit kam der Moment, den ich hasste:  ohne Geschirr und Leine die Tür öffnen und hoffen, dass sie bleibt. Sie blieb-zum zwieten Mal.

Sie wurde meine beste Freundin. Jeden grauen Abend schauten wir im Keller eine Folge „Lenßen und Partner“ und eine Folge „Full House“ dazu gab es eine Scheibe Chesterkäse, die wir uns teilten. Sie lernte schnell, dass sie nur auf dem Handtuch auf dem Sofa sitzen durfte und, dass wenn ich „in mein Zimmer“ sagte, sie blitzschnell beide Treppen hochlaufen musste und vor meinem Zimmer waten musste. (Das hat auch super geklappt, wenn sie eigentlich nicht rein durfte und man sich hochschlich)

Der schlimmste Tag war der, der Sterilisation. Ich habe noch gesehen, wie sie da auf dem Tisch lag, alle viere von sich-mein armes Baby.

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Ich habe dieser Katze alles erzählt. Ihr Lieblingslied war von den Eagles „Hotel California„-natürlich nur die originale und lange Version. Ach sie hatte einfach Geschmack.

Sie durfte auch bei mir schlafen, wenn es mir nicht gut ging. Natürlich nur mit dem Kopf auf meinem Kopfkissen und zugedeckt-versteht sich von selbst.

Mit meinem Auszug musste ich sie verlassen. Einen Freigänger in eine 2-Zimmerwohnung war nicht zumutbar. Immerhin hat sie mich auf Spaziergängen rund um die Wiesen begleitet.

 So wurde ich vom Lebensmittelpunkt zum Besucher.

Aber jeder Besuch wurde voll ausgekostet und ihr Schnurren war das schönste und lauteste, dass ich je hörte-es klang als würde sie nicht genug Luft bekommen und wurde teilweise so doll, dass es sich überschlug.

Man sagt, dass eine Katze nicht Zuhause stirbt. Eine Katze geht weg, verkriecht sich und schnurrt sich in den Tod.

Diesen Sommer ist Paula gegangen. Sie war schon öfter länger weg, einmal sogar, weil sie mir geklaut wurde.

Aber diesmal war es anders. Meine Mama rief mich an und sagte, dass Paula weg ist und mir war klar, dass es das letzte mal war,  dass sie ging. Nach 12 Jahren musste ich mich verabschieden.

Anhang 1 [63616]

Und wenn sie lesen könnte oder ich noch einmal 5 Minuten  hätte, dann wären das meine Worte an sie:

Pauli, du fehlst mir. Ich danke dir für die Stärke, die du mir gegeben hast, für dein offenes Ohr und dein Schnurren.

Es tut mir leid, dass ich, wenn du ab und an in meinem Bett gelegen hast, dir gegen den Körper getreten haben, weil ich vergessen habe, dass du im Bett liegst. Es tut mir leid, dass ich manchmal mehr Käse als du gegessen habe.

Du bleibst immer ein Teil von mir. Du warst nie nur eine Katze, du warst meine beste Freundin, mein Tagebuch und meine Seelenverwandte. Wenn es sowas wie eine tiefe Verbindung zwischen Menschen und Tier gibt, dann waren wir der Beweis.

Ich denke an dich und hoffe, es geht dir gut, da wo du jetzt bist.

Ich hab dich lieb meine Beste!

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