Geocaching: Vom Froschkönig bei Bad Doberan

Die vorletzte Woche lag ich mit einer Erkältung flach, der Tipp des Arztes regelmäßiger Bewegung stieß nicht auf viel Motivation.
Also ging es für uns abends an den Strand, denn gibt es was besseres als frische Meerluft? Und tatsächlich half das super beim Atmen. Andere müssen in Salzgrotten gehen, wir fahren 10 Minuten ans Wasser, dick eingemurmelt und mit Taschentüchern beladen. Adgi konnte sich jedenfalls nicht beschweren.

Doch an einem nieseligen Sonntag konnte dann auch der Strand nicht mehr locken, eine andere Lösung musste her: Geocaching.
Wir hatten 3 Bedingungen für die Runde:

  1. In der Nähe sollte es sein.
  2. Am besten in Wald, das hält den Niesel ab.
  3. Mindestens 3 Caches, die nicht zu weit auseinander liegen.

Alle 3 Bedingungen erfüllt, los gehts

Wir wurden an einem Waldgebiet in Bad Doberan fündig und zwar das Waldstück an der Via Hansa (kurz vor der Dammchausee).

Parken konnten wir direkt beim Eingang des Waldstückes und dann sind wir den befestigten Weg heruntergelaufen. Bei dem Niesel war es ein Vorteil, dass der Weg mit diesen Platten, die man bei uns unter Panzerplatten kennt, gelegt war. Noch war auch das Laub so dicht, dass wir nicht nass wurden.
Alles war in eine wundervolle Mischung aus orange, braun und gelb getunkt, sodass das Grau gar nicht bis zu uns durch drang. Wir schlenderten den Weg hinab, sodass wir fast den ersten Cache verpasst haben, doch es hieß „Mach mal Pause“ und dem folgten wir. Ein wahnsinnig toller Cache, der, wenn man es ein paar mal gemacht hat, auffällt, aber ansonsten perferkt in die Natur integriert ist.
Voller Stolz war ich, als ich ihn gefunden hatte, klebte unseren Aufkleber ein und versteckte ihn wieder.

Der Froschkönig war unser nächstes Ziel und Micha wurde schon ganz unwohl, der mag nämlich so gar keine Frösche. Aber er war mutig, denn dieses mal wurde er fündig und griff beherzt ins Versteck und reckte mir tatsächlich einen Froschkönig entgegen.

Mit Begleitung der Molli

Wir schlenderten tiefer in den Wald und bogen ab. Keine Menschenseele war unterwegs, Adgi trabte vor uns her und in der Nähe hörten wir die Molli, die anscheinend aus Kühlungsborn kam und schon vor Bad Doberan ihre Ankunft voraussagte mit ihrem rauchigem Pfeifen. Einen Moment lauschten wir der kleinen Schmalspurbahn noch und als sie unter dem Singen der Vögel in die Ferne rückte meldete sich die App, dass wir am nächsten Ziel sind.
Zwischen den Lebensbäumen wirkte es, als wäre es schon viel dunkler. Die Dunkelheit in Nadelwäldern oder hier zwischen den Lebensbäumen ist mir unheimlich. Es ist eine andere Dunkelheit als die der Nacht und so war ich mehr als glücklich auch diesen liebevollen Cache gefunden zu haben. 2:1 für mich. Ein seltener Stand zwischen Micha und mir.

Weiter ging es zu unserem letzten Ziel, denn die Dämmerung schritt immer weiter fort. Es sollte an eine Eisenquelle gehen. Schon während der Planung habe ich irgendwie etwas riesiges erwartet. Super naiv habe ich irgendwas industrielles erwartet. Eisen eben. Das Wort „Quelle“ hat mein Kopf ganz schnell durch „Werk“ ersetzt und deswegen fragt ich mich auch schon die ganze Zeit, wo dieses riesen Ding denn hier bitte sein soll.

Eisenquelle, die wirklich eine Quelle ist

Dann waren wir da und starrten in die Quelle: Nicht viel größer als eine stattliche Pfütze lag sie vor uns. Glasklar mit grauem Boden und dort sprudelte es ununterbrochen aus der Mitte.

Im Frühling ist dort bestimmt schöner, als an einem grauen Herbsttag. Zumindest laut dem Bild des Owners. Aber trotzdem standen wir bestimmt 5 Minuten davor und starrten unablässig in die Quelle, aus der das Grundwasser hervor sprudelte. Erst als Adgi platschend in den kleinen Rinnsal sprang wurde uns wieder bewusst, dass wir ja aus einem Grund hier waren und so fand ich den Cache noch vor Micha und ging als Gewinner aus dem Spaziergang.

Noch auf dem Hinweg erfreuten wir uns daran, wie verlässlich Adgi war und aktuell ist. Das Gegenteil bewies er uns dann aber dann doch und zack war er weg.
Ein anderer Hundehalter kam uns entgegen, der zum Glück lächelte, statt uns Vorwürfe zu machen. Aber zum Glück stand Adgi wenig später wieder vor uns und kam an die Leine.

Eine wirklich tolle Runde!