Let´s talk about: Minirunden und Nullbockmomente

Der erste Beitrag einer Reihe, für die erstmal 12 angesetzt ist. Jeden Monat werde mich hier einem Thema stellen, dass jeder Tierbesitzer kennt, aber nicht gern offen aussspricht. Du kannst mitbestimmen, schick dazu einfach eine Mail an warnowtatzen@gmx.de oder kommentiere unter den Let´s talk about Beiträgen.

Starten wird die Reihe nun damit, dass ich hiermit folgende Wahrheit an den Tag befördere:

Manchmal gehe ich mit Adgi nur knapp vor die Tür.

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2017-leise, laut, bunt und alles anders

Jetzt geht 2017 zu Ende und ich blicke das erste mal voller Stolz und Glück zurück. Dieses Jahr möchte ich dich an meinem ganz persönlichen Rückblick teilhaben lassen.

Während 2016 das Kackjahr (ein friedvollerer Ausdruck fällt mir nicht ein) war, war 2017 anders. Aber vorallem so ganz anders als erwartet.

Es war ein so buntes Jahr mit tollen neuen Erfahrungen, Bekanntschaften und vorallem Freundschaften.
Und, weil dieses Jahr so besonders bunt war, versuche ich es auf meine Top 5 Erlebnisse mit und ohne die Tiere aufzulisten….

Meine persönlichen Top 5

  1. Hurricane und Deichbrand erleben
    Ich hasse Menschenmassen. An ein Festival war nicht zu denken. Doch dieses Jahr musste es sein, denn die Helden meine Teeniezeit spielten auf und das Motto für 2017 war immerhin: Träume erfüllen.
    Also fuhren wir los, erlebten auf dem Hurricane Green Day, Blink 182, Casper und Linkin Park.
    Im Nachhinein bekomme ich immer noch Gänsehaut, wenn ich an Linkin Park denke, sie kamen so angepannt auf die Bühne, bei jedem Raunen wurden sie lockerer und Chester nahm Bäder in der Menge, wenn ich gewusst hätte, dass sich mein Bauchgefühl bewahrheitet, dann hätte ich es wohl mit noch anderen Augen gesehen.
    Dann mein Geburtstag auf dem Deichbrand mit Dritte Wahl, AnnenMayKantereit und Marteria.
  2. Das zweite Herzchen
    Dann war er da: Der Tag an dem der Test positiv war. Sicherlich der größte Tag von 2017 und keiner weiteren Worte notwendig. Denn dieser Tag wird auch das Jahr 2018 am meisten beeinflussen.
  3. Urlaub auf dem Mittelmeer
    Dieses Jahr haben wir uns einen richtigen 11 Tage langen Urlaub auf dem Mittelmeer von Palma de Mallorca nach Venedig gegönnt und neben ganz viel Genießen stand noch mehr Vermissen auf dem Plan.
  4. Adgi übersteht das Jahr anfallsfrei
    Wir können 2017 auf ein Jahr ohne großen Anfall von Adgis Myositis zurück blicken.
    Das heißt auch, dass wir keine Tabletten geben mussten, er alles Fressen konnte und es ihm gut ging.
    Wie wir das geschafft haben? Ich glaube, es liegt daran, dass wir dieses Jahr viel darauf geachtet haben Adgi kauen zu lassen. Vorallem hat er im Garten zwei große Holzscheite liegen, die er nach belieben beknabbern kann und so waren seine Muskeln immer in Bewegung und gefordert.
    *Klopf auf Holz*
  5. Wir haben wundervolle Menschen getroffen.
    Ohja, darauf bin ich dieses Jahr super stolz.
    Denn wir haben Sabrina kennengelernt mit der supersüßen, lebensrettenden Bella.
    Wir durften Stephie treffen und das sogar zweimal. Einmal mit Enki und einmal mit Luna.
    Dann haben wir Nicole und Moe getroffen und, weil es einfach toll war sogar 2 mal.
    Und dann habe ich eine ganz besondere Nachricht bekommen: Sabine und Socke haben in der Nähe Urlaub gemacht und so durften wir auch die beiden treffen.
    Ich danke jedem einzelnen für die wunderbaren Stunden!

Eure persönliche Top 5 Beiträge

  1. Unterwegs mit Schleppleine
  2. Unser Test vom Rohfleisch
  3. Über die Geschichte vom ausgelasteten Hund
  4. Eine Bitte an die Nichthundehalter
  5. Die Frage von MiDoggy, ob der Hund mit ins Bett darf

Ich freue mich, dass die Lieblinge hier so bunt sind und sich meine bunte Gedankenwelt anscheinend genauso bunt bei dir auslebt.
Und ich hoffe, dass ich das nächste Jahr noch viel abwechslungsreicher wird als dieses. Immerhin machen wir ganz viele verschiedene Erfahrungen, die wir teilen wollen.

Meine liebsten Bilder aus dem Blogjahr

 

Ich muss ehrlich sagen, dass mir die großen Worte fehlen, um so einen emotionalen Rückblick zu schreiben. Dazu war das Jahr einfach zu voll und ich bin verdammt glücklich mit dem Jahr 2017.

…vielleicht ein Ausblick auf 2018…

Nein, nicht wirklich. Ich habe nichts, was ich hier definitiv erreichen will. Ideen habe ich einige und in meinem Notizbuch für 2018 sind schon einige Ideen aufgeschrieben auf die ich mich freue.

Ansonsten brüte ich die ersten 3 Monate vor mich her und warte auf Tag X. Ich hoffe, dass ich die freien 2 Monate gut in den Blog investieren kann, wobei Sofahausen mein Lieblingsort ist und sicherlich noch mehr werden wird.

Außerdem will ich für das Pünktchen, dass mittlerweile eine dicke Kugel geworden ist nähen und dieser Blog könnte mal wieder was in der Kategorie „Ablenkungsmanöver“ gebrauchen. Schlafsäcke und eine Patchworkdecke sollen es werden und ich habe hier noch Material für eine Leine liegen, die fertig werden muss.

Ansonsten lassen wir uns in das Jahr fallen und nehmen die Dinge, wie sie so kommen werden.

Ich hoffe, dass dein Jahr 2017 deine Erwartungen erfüllen konnte und im besten Fall übertreffen. Was war dein Highlight?

Adgis Kopf-eine Melodie

„Oh Mist, erwischt!“
„Tja Adgi, ich weiß wirklich nicht, was du erwartet hast, wenn du dich oben ins Bett fallen lässt.“

„Ja, aber ich war doch ganz leise!“

„Ähm Adgi, schleichen musst du aber noch üben.“
„Ja, aber ich war schon richtig leise!“

 

So oder ähnlich unterhalte ich mich mit dem Hund. Micha macht einen großartigen Adgi-Synchronsprecher. Ein leichtes Lispeln und immer ein wenig neben der Spur. Der Hund schaut dabei auch immer passend. Weshalb ich davon ausgehe, dass wir mit der Wahl der Worte absolut richtig liegen.

Aufsteigene Gedanken

Wenn man Adgi eine Weile beobachtet, kann man die Worte und Gedanken in seinem kleinen Kopf förmlich hören und aufsteigen sehen.
Er denkt so furchtbar offensichtlich. Ab und an denkt er so scharf nach, dass ich lieber einen Eimer Wasser neben ihn stellen möchte, weil ich befürchte, dass der Kopf in Flammen aufgehen wird. Er wägt ab, denkt einen Schritt weiter und dann ist der Moment vorbei und Adgi hat ihn wegen des Denkens verpasst. Geht mir aber auch oft so.

Generell ist Adgi oft mit Grübeln beschäftigt. Oft liegt er mit offenen Augen in einer Ecke und grübelt vor sich her und dann kommt mir immer ein Songschnipsel von einer meiner Lieblingsbands AnnenMayKantereit aus „3. Stock“ in den Sinn:

Erzähl mir von dir, um mich abzulenken
Wenn das traurige Gedanken denken beginnt

Wenn der Kopf summt

Andern Tags tippelt er so vor sich her und schnüffelt hier und da, dass man eine Melodie empfängt, die in seinem Kopf vor sich geht. Als würde er die ganze Zeit summen. Gerade, wenn er mit anderen Hund unterwegs ist. Als wir mit Moe und Luna am Strand waren zum Beispiel, hatte ich das Gefühl, dass er Summen würde. Sein leises, unbeschwertes Summen. Vielleicht ist das der Schlüssel, warum andere Hund einfach mit ihm klarkommen und neben ihm her laufen. Ob seine Melodie auf die anderen Hunde wirkt? Ob sie die Melodie hören können?
Ich kann nicht mal genau sagen, dass ich sie höre, es ist eher, als würde man sie fühlen, eine Schwingung, die von ihm ausgeht und die müssen doch die anderen auch spüren, oder?

Bei unserem ersten Treffen nannte Stephie Adgi einen kleinen Autisten, der in seiner eigenen Welt steckt und irgendwie lässt mich das bis heute nicht so richtig los. Autistisch ist er vom Krankheitsbild her nicht. Nein, nein. Aber er lebt ganz und gar in seiner eigenen Welt. Mit seiner zauberhaften Melodie.

 

Wenn du mich fragen würdest, was es für ein Lied ist, dann kann ich dir kein bestimmtes nennen, auch vor summen kann ich es dir nicht, denn es ist nicht immer das Gleiche. Es kommt drauf an, wobei er summt. Wenn er schnüffelnd unterwegs ist, dann ist eine schnelle Melodie, leicht gehetzt und aufgeregt kurzatmig.

Beim Strecke machen ist es ein tiefes, verlorenes Summen. Absolut gedankenverloren und hier und da mal wieder ein bekannteres Stück aufgreifend. Als hätte er Zeit, sich Gehörtes ins Gedächtnis zu rufen. Aber genau so unstetig wie er die Seiten des Weges wechselt, genauso stetig ändert sich das Lied, durchbrochen von eigenen Sequenzen. Manchmal kommt einem nur der Bruchteil einer Sekunde bekannt vor und manchmal macht die eigene Fantasie mit dem Lied weiter.

 

Kennst du Mumble aus  „Happy Feet“ ? Der kleine Pinguin, der sein eigenes Lied hat, aber nicht singen kann, wie all die anderen Pinguine? Stattdessen steppt er seinen Herzenssong, den angeblich jeder Pinguin in sich hat und nur so seine große Liebe finden kann.
Tja, Adgi ist irgendwie wie Mumble, nur, dass er summt statt steppt und eine ganze Weile braucht, um seinen Herzenssong zu finden, während ihm viel durch den Kopf geht.

Kennst du das Gefühl?

Das andere Ende der Leine

„Sie kommen mit dem nicht klar!“

„Über kurz oder lang braucht der einen Maulkorb!“

 „Der ist aggressiv!“

Aller Anfang ist schwer

Zu meinem Stresspunktmassagekurs für Hunde hatte ich meinen Spatzi mit.

Ein Tag in der Wellness-Oase es für ihn werden.

Ich war wahnsinnig aufgeregt. Ich wusste, dass andere Hunde da sein werden und ich wusste, wie er sich verhält. Total voreingenommen betrat ich den Raum. Ich zitterte am ganzen Leib. Und Adgi tat, was ich erwartet habe: bellen, ziehen, knurren, Kamm aufstellen. Ich war enttäuscht.

Während er abging wie ein Zäpfchen, gab ich innerlich auf. Immerhin hatte ich die Aussage aus der Hundeschule im Nacken „Der Hund ist aggressiv! Über kurz oder lang braucht er einen Maulkorb!“ Autsch, das hat gesessen!

Ich habe immer wieder „Nein“ gesagt, an der Leine gezogen und, Überraschung, alles falsch gemacht.

Ich wurde eines besseren belehrt: ein lautes „Nein“ und Raum annehmen. Ich habe das ziemlich eine Stunde gemacht. Meine Unterstützung war eine  große Plastetüte (und ja, wir sagen hier Plastetüte und nicht Plastiktüte =))

Nach 2 Stunden lag er zusammen mit den anderen Hunden auf dem Teppich und war tiefen entspannt am Schlafen. Seine Wellnessbehandlung konnte folgen und das hat Spaß gemacht!

Am zweiten Tag kam ein zweiter Hund in die Runde. Ein Hund, der selber ein kleiner Platzhirsch war und ein Frauchen, dass, wie ich, ihren Hund falsch eingeschätzt hat. Das Spiel ging von vorne los. Ein Stunde „Nein“ sagen und Platz einnehmen, Mein Adgi tat mir schon ein bisschen leid, diese Strenge und vorallem dieses Selbstbewusstsein kannte er von mir nicht. Wir haben die Situation gemeistert. Gemeinsam und mehr ändern musste ich und zwar an mir.

An dem Nachmittag habe ich geheult wie ein Schlosshund. Ich war am Ende. Michi musste mich abholen kommen.

Das war eine Erfahrung und eine Lehre, die mit zugesetzt hat-positiv.

Übung macht den Meister

 

Das ist jetzt eine ganze Weile her. Es geht mir besser. Es geht uns besser.

Letzten Freitag hatte ich Blutegeltherapie.

Adgi hatte ich zuerst nicht mit. Michi hat ihn aber am Nachmittag gebracht. Auch hier war ein anderer Hund im Raum. Aber ich kenne meinen Hund mittlerweile. Ich hab vor der Tür tief durchgeatmet, gelächelt und die Tür geöffnet.

Rein in den Raum, ohne Leine und der andere Hund legte los-es klang wie der Hund von Baskerville. Ich muss ja ehrlich sein und sagen, mir wurde ein bisschen anders. Aber: es liegt an mir, die Situation zu ändern.

Also Adgi an die Leine, klares Signal, Platzeinnahme und dann kam die Belohnung: Er schaute mich an, leckte sich ums Maul und setzte sich. Zack, meiner war ruhig. Der andere sang weiter, nicht bösartig, einfach warnend. Adgi ist sehr, sagen wir mal spritzig und der andere Hunde war älter, er hat einfach seine Unlust bekundet.

Der Clown machte alle Anstalten, die Hündin zu motivieren-von Bellen in den höchsten Tönen zu Schnute lecken, Schütteln, Schnüffeln und seine Seite zeigen-die ungeschützte Seite. Alles wichtige Zeichen, die man verstehen sollte und dazwischen kam mein persönliches Lob: Rückversicherung bei mir.

Diesmal waren wir, das „bessere“ Team und auch diesmal weinte ich: vor Glück.

Wir haben es geschafft, ich habe es geschafft.

Ich musste ein Leittier werden oder besser gesagt, eine Person im Rudel, an der Adgi sich entlang hangeln kann und das hatte ich geschafft.

Dieses Gefühl gönne ich jedem Hundebesitzer.

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