Wenn Stolz das Herz erfüllt

Manchmal, nein eigentlich meistens, traue ich Adgi zu wenig zu. Ich mache mir das Leben mit ihm leicht und gehe vielen aus dem Weg, was auch nur im Ansatz kompliziert werden würde.
Das ist mir aufgefallen, als ich mich mit Sabine und Socke in einem Cafe wiedergefunden habe und Adgi sich toll benommen hat. Und es ist mir gerade kürzlich wieder aufgefallen. Mit Angst los, mit Stolz nach Hause.

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Januar 2018: über stille Vorsätze und Neuanfänge

Ich habe 2017 schon damit angefangen  und es dann viel zu schnell sein lassen: Rückblicke auf den Monat. Dabei lese ich sie gern auf anderen Blogs und hab mir schon so oft vorgenommen, welche zu schreiben, damit ich am Jahresende selber besser zurück schauen kann.
Besonders aufgefallen ist mir die Wichtigkeit derer wieder, als ich im Dezember den Jahresrückblick schrieb und irgendwie alles miteinander verschwamm und ich, während ich durch das Archiv klickte immer wieder dachte: Ach, das war im Juni?!
Deswegen ist mein nicht mehr ganz so stiller Vorsatz, diese nun wirklich regelmäßig zu führen und wenn es der einzige Beitrag ist, den ich im März und April schreibe 😉

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[PünktchenWelt] Der Magnet in meinem Bauch

Im letzten Kapitel erzählte ich, dass es keine Veränderungen gegeben hat. Das revidiere ich hiermit ein wenig, denn je mehr der Bauch wächst, desto mehr wird er Magnet für einen kleinen Hundekopf. Anscheinend hat der Bewohner im Bauch einen kleinen Magneten, mit dem er Adgi magisch anzieht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Adgi immer mehr das Gefühl hat aufpassen zu müssen.

Wiedersehensfreude

Als ich einen Tag früher von der Arbeit kam, kam Adgi direkt auf mich zugestürmt und freute sich, als wäre ich länger gewesen. Manchmal frage ich mich, ob er eine innere Uhr hat und genau weiß, dass wenn ich zur Arbeit fahre, erst nach 9 Stunden wieder da bin und, wenn ich früher komme rastet er immer aus vor Freude.

Als ich nun in der Tür stand und Adgi wieder normal atmete, drückte er sich gegen meinen Bauch und schob meine Hand auf seinen Kopf. So stand er dann da und genoss das Schmusen in tiefen Atemzügen. Er bewegte sich keinen Millimeter weg und so standen wir eine ganze Weile da und sogen die Nähe ein. In solchen Momenten ist keine Bewegung im Bauch, als würden alle die ausstrahlende Ruhe in sich aufnehmen und speichern.

Lieblingsposition

Unterwegs

So ein Besuch ist suuuuuuper anstrengend

Das Ehrenamt möchte ich noch so lange wie möglich auch mit Bäuchi machen, nur geht das nicht mehr allein.
Zum einen passe ich nicht mehr überall zwischen, zum anderen wird es bei 1,5h doch schon schwierig, wenn man sich immer wieder hinhocken muss (wobei hochkommen schwieriger ist). Deswegen haben Micha und ich entschieden, die Besuche gemeinsam zu machen. Er nimmt den Hund und ich trage die Leckerlis nach, bin also eher die zauberhafte Zaubergehilfin, nur nicht in so schickem Fummel.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will: während Micha im Raum steht, bleibe ich ein Stück zurück, damit wir die Zimmer nicht so überfüllen und die Bewohner darin sich nicht überfallen fühlen. Adgi ließ sich von jedem kurz kraulen und behielt mich dauerhaft im Blick. Doch nach einiger Zeit setzte der Magnet wieder ein und er kam zu mir, drückte seinen Kopf an den Bauch und war nicht fortzubewegen, außer ich schickte ihn wieder weg. In der Regel ist sein Stoppzeichen jedoch heilig, sodass wie gehen, wenn er möchte.
Bei einigen Zimmer musste ich draußen bleiben, weil ich wusste, dass er sonst nicht auf den Besuchten einlässt.

In den Essensräumen immer wieder das Gleiche. Kurz schmusen, dann wieder zu mir und an den Bauch gedrückt. Selbst der Betreuer, der sich selber als absolten Nichthundemensch bezeichnete und uns auf der Runde begleitete, machte schon Witze über den Magneten im Bauch.
Nebenbei machte er eine sehr wahre Bemerkung: Frauen haben es mit Hunden leichter. Männer halten Hunde nur, um an Frauen zu kommen. 😛

Anscheinend gibt es doch eine Veränderung

Tja, so langsam baut Adgi doch eine Verbindung auf, die stärker ist, als ich dachte. Vielleicht liegt es daran, dass er am Silvestermorgen ins Bett durfte, an meinem Bauch mit seinem Rücken lag und der Zwerg darin ordentlich Gas gab. Adgi drückte sich noch fester an mich und legte seinen Kopf auf meinen. Das war bisher die stärkste Reaktion, die ich gesehen habe an ihm.

Ich bin gespannt, was sich im Urlaub/Mutterschutz noch ändern mag und, ob es stärker wird bei Adgi.

So kann es einenm auch gut gehen

Solange der Dicke den Bauch nicht verteidigt oder stark fixiert, dass er darunter leidet genieße ich die Nähe einfach. Ich will alles einfach nicht zu kritisch sehen. Während ich hier zum Beispiel in meiner Sofaecke lümmle und schreibe, ist Adgi ein Stockwerk über mir und schläft in seinem Sessel.
Auszeiten gehören bei uns zum Alltag und solange, er sich diese nimmt mache ich mir keine Sorgen.
Wo ich gerade dabei bin, die Katze ist auch nirgends zu sehen…

Auch Scar liebt es am Bauch zu liegen

….und so murmle ich hier ganz allein weiter und freue mich, dass beide so teilnehmen, oder eben auch auch ganz bewusst nicht.

[Tag des Ehrenamtes] Lachen auf 4 Pfoten

Ach, ich erzähle viel zu wenig von unseren Tagen beim Besuchshundedienst. Und dabei könnte man so viel erzählen. Wobei es meist kleine Dinge sind, die man im Herzen einschließt und nicht mit Fotos festzuhalten sind.
Erklärt habe ich in Artikeln wie dem Ananashund schon, was wir machen und deswegen soll es heute darum gehen, was Adgi dabei an Unfug lernt und den Besuchten dann doch die meiste Freude macht.

Häschen!!!!!

Unsere jetzige Einrichtung hat im Garten Hasen wohnen und das weiß Adgi ganz genau. Nachdem wir nicht mehr in einer großen Runde sitzen, sondern von Zimmer zu spazieren hat der Hund das sehr schnell gelernt. Mitterweile weiß er mehr als genau, aus welchem Fenster er die beste Sicht auf den Auslauf im Garten hat und, dass man längst nicht von überall aus in den Garten schauen kann. Aber wehe dem, die Hasen hoppel frech durch das Grün, dann müssen die Gardinen bei Seite und die Nase an die Scheibe gedrückt werden. Dann kommt richtiges Leben in die Zimmer und wenn man sich selber denkt „Oh man, mein Hund zeigt sich von der schlechtesten Seite!“ und sich am liebsten in Peinlichkeit zurückziehen möchte, dann sieht man das Lachen in den Augen. Denn den Anspruch an Perfektheit hat man dort meist abgelegt und gelernt, dass Perfektionismus nicht möglich ist.

Kekfe?! Welfe Kekfe?!

Mal ganz ehrlich, was haben alle Omas und Opas immer Zuhause? Richtig, Kekse.

Das hat auch Adgi super schnell gelernt. Es ist so goldig, wenn er den Schrank anstarrt, in dem die Kekse sind und drängelt, dass er die dann JETZT haben möchte.
Schnell wird das Begehren erkannt und die gesammelten Kekse rausgeholt. Nach jedem Keks heißt es „Das reicht jetzt…..ok einen noch…“ und dann hat er alle aufgegesssen. Ehe man sich versieht.

Was er mit Abstand am schnellsten gelernt hat? Wer wo welches Naschi hat und wie er es am schnellsten bekommen kann.

Übrigens füttern wir immer erst danach, damit wir sein Frühstück auf die Anzahl der Kekse, Leckerlis und Naschigkeiten anpassen können. Ansonsten ist er bald die unterste Kugel des Schneemanns, den ich soo gern bauen möchte.

Auf dem Rücken liegend, alle Viere von sich können die meisten streicheln

Man soll einen Hund nicht bedrängen. Ein Hund braucht seinen individuellen Freiraum. Gruppen von Menschen sollten nicht um einen Hund herumstehen.

Ähm nein, nicht für Adgi. Für Adgi zählt nur eins: Hände, überall müssen Hände sein. Möglichst viele Menschen müssen ihn nach Möglichkeit an ALLEN Körperstellen kraulen. Gerade wenn wir bei Kindern sind, ist es für Adgi das Größte, wenn ich mich auf den Boden setze, er den Kopf an mein Knie drücken kann und sich die Kinder rings um ihn herum setzen und streicheln. Viele kleine Hände ist Adgis liebstes Wellnessprogramm und wenn ein Kind dann sagt, es käme nicht dran ist das für das Kuschelmonster gar kein Problem! Es werden alle Viere von sich gestreckt, sodass noch mindestens vier Kinder mehr Platz haben, ihn zu streicheln. Dabei schläft er sogar tief und fest ein!

Ein Lachen für Zuhause

So oft denke ich, dass ich den unperfektesten Hund dieser Welt habe, aber gerade das Ehrenamt zeigt mir, dass genau diese Unperfektheit ihn ausmacht.

Es können alle über seine Tollpatschigkeit lachen, sein schnelles Gebelle und Verteidigen ist mir oft unangenehm. Tatsächlich ist es aber eine seiner Eigenschaften, die am meisten bewundert wird. Sein Ziehen an der Leine ist weg, wenn andere mit ihm unterwegs sind und seine Stürmigkeit löst heitere Freude bei allen aus.

Ich nehme all die schönen Momente mit nach Hause, schließe sie in mein Herz ein und behalte sie für mich. Damit wird mein Teil der Welt ein bisschen besser und vielleicht der Teil derer, mit denen ich Adgi teilen kann.

Sicherlich kann das nicht jeder Hund machen und das sollte auch nicht jeder sein, aber wenn dein Hund das Kuschelgen in sich trägt, dann hab den Mut den Schritt zu gehen.

Außerdem gibt es so viele tolle Ehrenämter, die jemanden mit Herz und Willen suchen. Finde auch du deins.


[Edit] Dieser Beitrag ist nicht nur Herzensangelegenheit, nicht nur die Feier des Tages des Ehrenamts, nein, er hilft auch Matze und Nicola, die für jeden Beitrag rund um Assistenzhunde (egal in welchem Bezug) einen Monat Futter von futalis bekommen und so bei der Ausbildung zum PTBS-Assistenzhund unterstützt werden.
Auch du kannst helfen. Schreibe auf deinem Blog einen Beitrag oder, wenn du keinen hast, schick mir deine Geschichte an WarnowTatzen@gmx.de und ich veröffentliche ihn für dich und wir sichern Matze gemeinsam einen Sack Futter.

Der Ananashund

Am 01.06.2017 war Kindertag und wir hatten eine Einladung bekommen, ein paar Kindern eine Freude zu bereiten.
Also fuhren wir los in den Kindergarten, in den ich schon gegangen bin und mit meinem Plüschhund Mittagsschlaf gemacht habe. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich super aufgeregt war. Nicht nur, weil wir das erste mal Kindergartenkinder besucht haben, sondern meine Mama war dabei und schaute mir beim Ehrenamt zu.

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