[PünktchenWelt] Der Magnet in meinem Bauch

Im letzten Kapitel erzählte ich, dass es keine Veränderungen gegeben hat. Das revidiere ich hiermit ein wenig, denn je mehr der Bauch wächst, desto mehr wird er Magnet für einen kleinen Hundekopf. Anscheinend hat der Bewohner im Bauch einen kleinen Magneten, mit dem er Adgi magisch anzieht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Adgi immer mehr das Gefühl hat aufpassen zu müssen.

Wiedersehensfreude

Als ich einen Tag früher von der Arbeit kam, kam Adgi direkt auf mich zugestürmt und freute sich, als wäre ich länger gewesen. Manchmal frage ich mich, ob er eine innere Uhr hat und genau weiß, dass wenn ich zur Arbeit fahre, erst nach 9 Stunden wieder da bin und, wenn ich früher komme rastet er immer aus vor Freude.

Als ich nun in der Tür stand und Adgi wieder normal atmete, drückte er sich gegen meinen Bauch und schob meine Hand auf seinen Kopf. So stand er dann da und genoss das Schmusen in tiefen Atemzügen. Er bewegte sich keinen Millimeter weg und so standen wir eine ganze Weile da und sogen die Nähe ein. In solchen Momenten ist keine Bewegung im Bauch, als würden alle die ausstrahlende Ruhe in sich aufnehmen und speichern.

Lieblingsposition

Unterwegs

So ein Besuch ist suuuuuuper anstrengend

Das Ehrenamt möchte ich noch so lange wie möglich auch mit Bäuchi machen, nur geht das nicht mehr allein.
Zum einen passe ich nicht mehr überall zwischen, zum anderen wird es bei 1,5h doch schon schwierig, wenn man sich immer wieder hinhocken muss (wobei hochkommen schwieriger ist). Deswegen haben Micha und ich entschieden, die Besuche gemeinsam zu machen. Er nimmt den Hund und ich trage die Leckerlis nach, bin also eher die zauberhafte Zaubergehilfin, nur nicht in so schickem Fummel.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will: während Micha im Raum steht, bleibe ich ein Stück zurück, damit wir die Zimmer nicht so überfüllen und die Bewohner darin sich nicht überfallen fühlen. Adgi ließ sich von jedem kurz kraulen und behielt mich dauerhaft im Blick. Doch nach einiger Zeit setzte der Magnet wieder ein und er kam zu mir, drückte seinen Kopf an den Bauch und war nicht fortzubewegen, außer ich schickte ihn wieder weg. In der Regel ist sein Stoppzeichen jedoch heilig, sodass wie gehen, wenn er möchte.
Bei einigen Zimmer musste ich draußen bleiben, weil ich wusste, dass er sonst nicht auf den Besuchten einlässt.

In den Essensräumen immer wieder das Gleiche. Kurz schmusen, dann wieder zu mir und an den Bauch gedrückt. Selbst der Betreuer, der sich selber als absolten Nichthundemensch bezeichnete und uns auf der Runde begleitete, machte schon Witze über den Magneten im Bauch.
Nebenbei machte er eine sehr wahre Bemerkung: Frauen haben es mit Hunden leichter. Männer halten Hunde nur, um an Frauen zu kommen. 😛

Anscheinend gibt es doch eine Veränderung

Tja, so langsam baut Adgi doch eine Verbindung auf, die stärker ist, als ich dachte. Vielleicht liegt es daran, dass er am Silvestermorgen ins Bett durfte, an meinem Bauch mit seinem Rücken lag und der Zwerg darin ordentlich Gas gab. Adgi drückte sich noch fester an mich und legte seinen Kopf auf meinen. Das war bisher die stärkste Reaktion, die ich gesehen habe an ihm.

Ich bin gespannt, was sich im Urlaub/Mutterschutz noch ändern mag und, ob es stärker wird bei Adgi.

So kann es einenm auch gut gehen

Solange der Dicke den Bauch nicht verteidigt oder stark fixiert, dass er darunter leidet genieße ich die Nähe einfach. Ich will alles einfach nicht zu kritisch sehen. Während ich hier zum Beispiel in meiner Sofaecke lümmle und schreibe, ist Adgi ein Stockwerk über mir und schläft in seinem Sessel.
Auszeiten gehören bei uns zum Alltag und solange, er sich diese nimmt mache ich mir keine Sorgen.
Wo ich gerade dabei bin, die Katze ist auch nirgends zu sehen…

Auch Scar liebt es am Bauch zu liegen

….und so murmle ich hier ganz allein weiter und freue mich, dass beide so teilnehmen, oder eben auch auch ganz bewusst nicht.

[Tag des Ehrenamtes] Lachen auf 4 Pfoten

Ach, ich erzähle viel zu wenig von unseren Tagen beim Besuchshundedienst. Und dabei könnte man so viel erzählen. Wobei es meist kleine Dinge sind, die man im Herzen einschließt und nicht mit Fotos festzuhalten sind.
Erklärt habe ich in Artikeln wie dem Ananashund schon, was wir machen und deswegen soll es heute darum gehen, was Adgi dabei an Unfug lernt und den Besuchten dann doch die meiste Freude macht.

Häschen!!!!!

Unsere jetzige Einrichtung hat im Garten Hasen wohnen und das weiß Adgi ganz genau. Nachdem wir nicht mehr in einer großen Runde sitzen, sondern von Zimmer zu spazieren hat der Hund das sehr schnell gelernt. Mitterweile weiß er mehr als genau, aus welchem Fenster er die beste Sicht auf den Auslauf im Garten hat und, dass man längst nicht von überall aus in den Garten schauen kann. Aber wehe dem, die Hasen hoppel frech durch das Grün, dann müssen die Gardinen bei Seite und die Nase an die Scheibe gedrückt werden. Dann kommt richtiges Leben in die Zimmer und wenn man sich selber denkt „Oh man, mein Hund zeigt sich von der schlechtesten Seite!“ und sich am liebsten in Peinlichkeit zurückziehen möchte, dann sieht man das Lachen in den Augen. Denn den Anspruch an Perfektheit hat man dort meist abgelegt und gelernt, dass Perfektionismus nicht möglich ist.

Kekfe?! Welfe Kekfe?!

Mal ganz ehrlich, was haben alle Omas und Opas immer Zuhause? Richtig, Kekse.

Das hat auch Adgi super schnell gelernt. Es ist so goldig, wenn er den Schrank anstarrt, in dem die Kekse sind und drängelt, dass er die dann JETZT haben möchte.
Schnell wird das Begehren erkannt und die gesammelten Kekse rausgeholt. Nach jedem Keks heißt es „Das reicht jetzt…..ok einen noch…“ und dann hat er alle aufgegesssen. Ehe man sich versieht.

Was er mit Abstand am schnellsten gelernt hat? Wer wo welches Naschi hat und wie er es am schnellsten bekommen kann.

Übrigens füttern wir immer erst danach, damit wir sein Frühstück auf die Anzahl der Kekse, Leckerlis und Naschigkeiten anpassen können. Ansonsten ist er bald die unterste Kugel des Schneemanns, den ich soo gern bauen möchte.

Auf dem Rücken liegend, alle Viere von sich können die meisten streicheln

Man soll einen Hund nicht bedrängen. Ein Hund braucht seinen individuellen Freiraum. Gruppen von Menschen sollten nicht um einen Hund herumstehen.

Ähm nein, nicht für Adgi. Für Adgi zählt nur eins: Hände, überall müssen Hände sein. Möglichst viele Menschen müssen ihn nach Möglichkeit an ALLEN Körperstellen kraulen. Gerade wenn wir bei Kindern sind, ist es für Adgi das Größte, wenn ich mich auf den Boden setze, er den Kopf an mein Knie drücken kann und sich die Kinder rings um ihn herum setzen und streicheln. Viele kleine Hände ist Adgis liebstes Wellnessprogramm und wenn ein Kind dann sagt, es käme nicht dran ist das für das Kuschelmonster gar kein Problem! Es werden alle Viere von sich gestreckt, sodass noch mindestens vier Kinder mehr Platz haben, ihn zu streicheln. Dabei schläft er sogar tief und fest ein!

Ein Lachen für Zuhause

So oft denke ich, dass ich den unperfektesten Hund dieser Welt habe, aber gerade das Ehrenamt zeigt mir, dass genau diese Unperfektheit ihn ausmacht.

Es können alle über seine Tollpatschigkeit lachen, sein schnelles Gebelle und Verteidigen ist mir oft unangenehm. Tatsächlich ist es aber eine seiner Eigenschaften, die am meisten bewundert wird. Sein Ziehen an der Leine ist weg, wenn andere mit ihm unterwegs sind und seine Stürmigkeit löst heitere Freude bei allen aus.

Ich nehme all die schönen Momente mit nach Hause, schließe sie in mein Herz ein und behalte sie für mich. Damit wird mein Teil der Welt ein bisschen besser und vielleicht der Teil derer, mit denen ich Adgi teilen kann.

Sicherlich kann das nicht jeder Hund machen und das sollte auch nicht jeder sein, aber wenn dein Hund das Kuschelgen in sich trägt, dann hab den Mut den Schritt zu gehen.

Außerdem gibt es so viele tolle Ehrenämter, die jemanden mit Herz und Willen suchen. Finde auch du deins.


[Edit] Dieser Beitrag ist nicht nur Herzensangelegenheit, nicht nur die Feier des Tages des Ehrenamts, nein, er hilft auch Matze und Nicola, die für jeden Beitrag rund um Assistenzhunde (egal in welchem Bezug) einen Monat Futter von futalis bekommen und so bei der Ausbildung zum PTBS-Assistenzhund unterstützt werden.
Auch du kannst helfen. Schreibe auf deinem Blog einen Beitrag oder, wenn du keinen hast, schick mir deine Geschichte an WarnowTatzen@gmx.de und ich veröffentliche ihn für dich und wir sichern Matze gemeinsam einen Sack Futter.

10.10. Welthundetag

Warum haben wir am Welthundetag eigentlich nicht frei? Das ist immerhin ein Feiertag!
-Die erste Frage, die ich mir gestellt habe, als mein Landesprogramm mich daran erinnerte.

Ich bin innerlich nämlich 60+ und sitze abends vor dem NDR und gucke das Nordmagazin. Und da träume ich dann immer, dass ich auch mal einen Bericht dort haben möchte. Nicht, um berühmt zu werden, mir würde die Dorfgeschichte schon reichen. Einfach mal ein Teil davon sein. So wie andere um die selbe Zeit vor GZSZ sitzen. Aber ich schweife ab. Bevor das Nordmagazin zu Ende ist und die 20:00 Uhr Nachrichten kommen, gibt es immer eine Vorschau, was nächsten Tag auf NDR 1 im Radio kommt, denn das ist mein Arbeitswegprogramm. Und da haben Marko Vogt und Susanne Grön auf den heutigen Welthundetage hingewiesen und gefragt, was die Hunde der Zuhörer denn so können.

Nun ihr lieben, ich will morgen nicht beim Radio anrufen, deswegen beantworte ich die Frage ganz einfach hier:

Adgi kann….

….mich zum Lachen bringen.

Dieser Hund ist soooo lustig.  Wenn er mal Ärger bekommt tut er, als wäre er verhauen worden und guck so lustig, Er weiß, dass er mich damit weich bekommt. Und bei uns sieht Ärger immer gleich aus. „Adgiiiiiii, Himbeereis! Sahnetorte! Schokobrunnen!“ (Die Worte sind beim Schimpfen dem Hund doch ganz egal und so klingts freundlicher für meine Mitmenschen.)

….jeden dazu bekommen ihn zu Streicheln.

Am Wochenende waren wir bei der Familie und er hat jeden und zu jeder Zeit zum Knuddeln bekommen. Und das schafft er auf der Straße, in der Bahn und selbst in einer Gruppe anonymer Hundehasser würde er das schaffen. Er stößt die Hand so doll an, dass sie beim Runterfallen direkt auf dem Kopf landet oder er steckt den Kopf zwischen die Beine.

….Hormone riechen.

Adgi weiß alles. Immer und vor allen anderen.

….keine besonderen Tricks.

Er kann so ein bisschen was-Pfote, Sitz, Rechts, Links aber er ist noch lange kein richtiger Trickdog.

….Kraft und Freude mit nur einem Besuch schenken.

Und das macht er sogar ehrenamtlich. Aktuell sind wir mit unserem Besuchsdienst in einem Altersheim. Und da so viele alte Menschen sich über seinen Besuch freuen, haben wir beschlossen, nicht mehr nur eine kleine Gruppe zu besuchen, sondern gehen durch ganz viele Zimmer und jeder bekommt seinen persönlichen Besuch vom „Sprottenhund“. So wird er dort nämlich genannt, weil wir bei unserem ersten Besuch ein Glas Sprotten dabei hatten. Und somit kann Adgi voller Stolz sagen, dass seine älteste Freundin schon 104 Jahre ist.

….mein Herz, mein ich und mein Leben sein.

Manchmal macht alles keinen Sinn für mich und dann ist er da. Schaut mich an, zwingt mich vor die Tür und zeigt mir die Schönheit meines Lebens.

Aber das ist schon mehr als eine Antwort auf diese simple Frage und nun siehst du auch, wieso ich lieber nicht beim Radio anrufe und genau das erzähle. Da müsste ich ja fast eine eigene Sendung bekommen. Aber sein wir doch mal ehrlich, geht das nicht jedem Hundebesitzer so?!

Und deswegen gebe ich die Frage jetzt ab und freue mich auf einen Kommentar:

Was kann dein Hund?

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Januar: Die Berufung meines Hundes

Anja und Lucy haben nach dem Beruf unseres Hundes gefragt und wir sind mal wieder super spät dran, euch von Adgis Job zu erzählen.

Adgi war schon immer genügsam, entspannt und ein Kuschelmonster. Seit ich ihn kenne, liebt er Kinder und Berührungen. Er ist aufgeschlossen und eine kleine Rampensau.

Eigentlich wollte ich ihn gern als richtigen Therapiehund ausbilden lassen, aber ein Mangel an Zeit, Geld und eigener Ausbildung machte die Sache dann hinfällig.

Auf der Suche nach einer Alternative

Unsere Suche schleifte uns durch alle möglichen Seiten ohne Erfolg im Netz.
Eines Abends trafen wir dann einen Neufundlerländer samt Herrchen, der uns von den Maltesern erzählte. Musik in meinen Ohren!

Wir trafen uns recht schnell und der Probelauf war hinter uns gebracht, da hieß es: Adgi hat einen Job.

Besuchshundedienst

Was ist nun ein Besuchshund?
Das ist einfach zu erklären: wir gehen mit Adgi ehrenamtlich in ein Heim für Behinderte und spenden Freude.
Eine ¾ Stunde wird Adgi geschmust, darf Tricks zeigen und ist Thema in vielen Gesprächen.

Wir waren auch schon in einer Grundschule und haben darüber aufgeklärt, wie man sich Hunden nähert und wie man mit ihnen umgeht.

Insgesamt gehen die anderen Helfer auch in Kinderheime und Altersheime. Im Grunde überall, wo wir mit Gesprächen ablenken können.

Es geht bei uns nicht um Therapie, sondern um Ablenkung und das ist in vielen Einrichtungen willkommen. Ich bin ehrlich, ich habe keine Ahnung von Pflege, aber genau diese Unbedarftheit ist im Umgang einfach.

Was hängen bleibt

Ein schönes Beispiel ist der geistig behinderte Junge, der schreckliche Angst vor dem Sterben hatte. Die ganze Zeit haben wir uns über den Tod unterhalten und, ob Adgi auch mal stirbt, wann und wo er dann hinkommt. Als wir los wollten sagte er: „Danke, jetzt habe ich schon weniger Angst.“ Mir ist das Herz in die Hose gerutscht. Oder der Autist, der Michael plötzlich umarmte.

Adgi genießt die Runden einfach. Im Mittelpunkt stehen ist total sein Ding. Er liebt die Leckerchenrunden oder ganz vorsichtig das Leckerli vom Bein zu nehmen, weil jemand Angst hat.
Aber er mag auch die Hausaufgabenmomente, das ist dann, wenn er einen neuen Trick lernen soll. Dabei dürfen sich die Besuchten einen Trick ausdenken und mit Adgi üben.

Er ist dabei total in seinem Element und das ist, was zählt!

Hier kommt es nun, das Monatspfoto:

An anderer Stelle erzähle ich euch mehr darüber, wie man Besuchshund wird und wer Besuchshund werden sollte.

Weil wir ein Team sind.

 

 

P.S. Wir suchen immer nach weiteren Helfern….schreib mir einfach eine Mail.