Schäm dich! – Verwauzt und Zugebellt

„Shame on me“ – Das „Schämen“ unser Dauerbrenner 

Als Askan von der Pflegestelle zu uns zog, war der Bube bereits fünf Monate alt. Sitz, Platz, Aus und Bleib – all das konnte er natürlich nicht. Klar, dass ich im Training da mit den wichtigsten Grundlagen angefangen habe – nämlich dem Schämen . Wenn er schon andere Dinge nicht kann, dann hat er zumindest die Lacher auf seiner Seite, wenn er sich im Anschluss seines Fehltrittes schämt . Mittlerweile ist Askan zweieinhalb Jahre alt und schämt sich bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit. Ob bei der Nachbarin, die man im Haus trifft, anderen Hundehaltern beim Gassi gehen oder bei meinem Vater am Frühstückstisch. Der kleine Fuchs hat offensichtlich mitgeschnitten, wie verdammt süß er dabei aussieht . Auf die Idee, das als Trick einzuüben, brachte mich übrigens der Kanal der Glückspfoten, die ihren Weg dokumentarisch in einem Video festgehalten haben.

Wie haben wirs aufgebaut?

Also zunächst einmal bringe man das Fellkind mithilfe einer Naschigkeit in die richtige Position – sprich ins Sitz. Anschließend habe ich Rabenmama das arme Tier mit Kleberlingen über dem Auge beziehungsweise Haargummis am Ohr malträtiert. Das fand selbiger Puschelfuß natürlich nur mäßig cool, sodass er relativ schnell versucht hat, sich des Störenfriedes mithilfe seiner Pfote zu entledigen. Und genau diesen Moment wollte ich: also zack Leckerli frei und Kommando dazu. Viele viele und vor allem hochwertige Leckerlis in den Hund. Askan hat das Prinzip recht schnell durchschaut und nach nicht mal einer halben Stunde brauchte ich die Hilfsmittel schon gar nicht mehr.

Mein Hund ist mittlerweile voller Kleberlinge, schämt sich aber kein Stück– welche Alternativen gibt’s?

Zugegeben mit meinem Herrn Pfotenschön ging es wirklich wirklich schnell über den beschriebenen Weg.  Aber oftmals wird auch davor gewarnt, den Hund mit Post Its und Co zu diesem Trick zu animieren. Hunde könnten davon Ängste entwickeln und auch die Gefahr, dass sie „kopfscheu“ werden, bestünde. Aber wie so oft, führen viele Wege nach Rom beziehungsweise locken das Pfötchen ans Hundeöhrchen.

Man kann versuchen, den Hund irgendwo zwischen Ohr und Nase anzupusten. Bei Askan funktioniert das Schämen sogar, wenn man ihm einen Grashalm oder eine Blume auf das Köpfchen legt. Manche Hunde vertrauen der Bezugsperson aber dermaßen, dass sie Kleberling und Co nicht abzustreifen versuchen. Die denken dann quasi „dat muss so“. In diesen Fällen kann man versuchen, mit einer fremden Person zu üben. Dafür sollte ein Papierstreifen auf die Hundeschnauze gelegt werden und das Helferlein bestätigt den Hund immer dann, wenn er sich besagtes Schnipselchen von der Schnute wischt.

Buddelt euer Hund gerne oder läuft ab und an durch Staub oder Spinnenweben kann man auch das Putzen entsprechend belohnen.

Eine weitere Möglichkeit bildet der Targetstick, aber hierfür sollte der Hund im Trickdogging wirklich schon gut und weit trainiert sein.

Abgesang: unsere „Schäm Dich!“ – Anekdote

Wie bereits erwähnt, war das Schämen ja das Erste, was ich mit Askan übte und folglich auch das erste Kommando, welches er zuverlässig ausführen konnte. Meine Eltern wussten das damals nicht – sollte ja auch eine zauberschöne Überraschung zur nächsten Familienfeier werden. Was mein Vater zudem auch nicht wusste war, dass Klein-Askan pullerte sobald man ihn hochhob…

Im Scherz sagte Papabär also zu Askan, er solle meinen Freund doch einmal anpieschern und nahm ihn im selben Atemzug hoch. Na ja was soll man sagen? Geliefert wie bestellt…  Askan pullerte vorbildlichst. Fand mein mittlerweile Exfreund damals weit weniger lustig als wir, sodass mein Vater das Jungehundetier wieder absetzte und im Brustton der Überzeugung schimpfte, er solle sich doch bei diesen Manieren jetzt wirklich mal schämen. Abermals geliefert wie bestellt: mein Puschelpfötchen schämte sich mit an Traurigkeit nicht zu überbietendem Hundeblick. Tja vielleicht ein bisschen Situationskomik aber wir habe Tränen gelacht.

In der Folge schämte sich mein Bub im Übrigen auch immer dann, wenn er wieder irgendwelche Deko, Fernbedienungen oder Bücher in Streichholzgröße zerhäckselt hatte.

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