Reiselust- wenn es ohne Tiere in den Urlaub geht

Ohne Hund in den Urlaub?
Für viele Teams ein No Go, für mich ein Must Have.
Warum will ich versuchen euch zu erklären.

Es geht nicht um Liebe

Ich liebe meine beiden Alltagshelden sehr. Jede Sekunde mit ihnen zeigt mir, wie sehr ich sie brauche. Und doch brauche ich mal Zeit ohne sie.

Der Alltag ist oft auffressend. Es geht mehr darum zu funktionieren, als zu leben.
Ihr kennt das, manchmal reichen 24 Stunden einfach nicht.

Was ich im normalen Alltag besonders gerne mag, sind die Regelmäßigkeiten. Aufstehen, mit Scar ins Bad, mit Adgi raus, Fertigmachen zur Arbeit und los geht’s. Nach Hause kommen und kräftig Schmusen, danach die Abendrunde. Hier und da verschiebt sich die Zeit, weil ich im Schichtdienst arbeite, aber grundlegend ist es jeden Tag gleich.
Das mag ich in der Regel bis auf eine Woche im Jahr und in dieser einen Woche muss ich raus.

Raus aus allem. Raus aus Afrika. Ich wandre lieber aus!*

Ich will dann weg von allem. Von Zuhause, vom Alltag und von der Verantwortung.

Denn sein wir mal ehrlich, wir tragen alle eine Menge Verantwortung wenn wir uns Tiere ins Leben holen. Wir ernähren sie, sorgen uns um sie und beschäftigen sie.
Unseren Alltag richten wir nach ihnen aus. Ziemlich schnell finden wir heraus, wann sie mal müssen oder welche Anzeichen sie bei verschiedenen Krankheiten zeigen.

Einmal im Jahr siegt der Egoismus

Aber einmal im Jahr, nehmen wir uns eine Auszeit voneinander.
Das heißt auch, dass die Tiere eine Auszeit voneinander bekommen. Beide gehen in der Regel nicht in die gleiche Betreuung. Scar bekommt Heimbetreuung und Adgi darf Freunde besuchen. Das letzte Mal war er bei seiner besten Freundin Chica.

Noch dazu liebe ich es, mit dem Schiff unterwegs zu sein. Ich mag die Freiheit. Ich mag in einem Land ins Bett gehen und in einem anderen wieder aufwachen. Und ich mag das Rund-um-Sorglos-Paket.
Noch dazu mag ich auch mal Ziele sehen, zu denen ich Adgi nicht ohne eine lange Reise mitnehmen könnte. Ich will mit Adgi nicht wegfliegen. Er muss nicht im Laderaum sitzen und auch nicht die Wetterumschwünge und Zeitumstellungen wegstecken.
Aber mir reicht eben kein Urlaub im Umland.

Ich kann meine Reiselust nicht unterdrücken, ich glaube dass ich mir das irgendwann vorwerfen würde und auch Adgi insgeheim immer vorhalten würde und das ist bei weitem nicht fair.

Und ich bin das ganze Jahr ein guter Tiermensch, aber ich bin eben nicht nur Tiermensch. Ihr werdet von mir nie hören, dass ich ohne meine Tiere nicht in den Urlaub fahre.

Derselbe Urlaub nur mit Hund?!

Sabrina hat auf ihrem Blog letztens aufgezeigt, auf welche Schiffe man Hunde wie mitnehmen kann.
Das hat mich zum Nachdenken gebracht.

Was, wenn ich Adgi oder Scar mitnehmen könnte auf eine Kreuzfahrt?
Naja Scar ist ein Stubentiger, dem würde es leicht fallen.

Mit Adgi wäre es schon schwieriger, selbst, wenn wir mal alle Sicherheits- und Einreisefaktoren außer Acht lassen.

Adgi markiert, nicht in geschlossenen Räumen, aber er markiert. Daher kann ich eine Pinkelpause auf einem Außendeck nicht ausschließen.
Was, wenn er den Seegang nicht abkann oder das Fressen nicht gut im Magen ankommt. Dann gibt es Durchfall und das auf einem Schiff ist nicht gerade, nun ja nennen wir es praktisch.
Dann sind auf so einem Schiff wahnsinnig viele Menschen, was wenn einer in der Nachbarkabine eine Allergie hat? Dann hab ich ewig ein schlechtes Gewissen und kann noch dazu nicht schlafen, wenn nebenan jemand schnieft.

Oder Oder Oder

Alles in allem werde ich mir die Auszeit immer und immer wieder gönnen: Durchatmen, Kopf frei machen und nach zwei Tagen unglaubliches Heimweh bekommen.
Ich genieße dieses Heimweh so sehr, das glaubt ihr gar nicht. Dieser Zwang tut am ersten Tag weh. Am zweiten bemerkt man, dass sich das Gefühl ändert und ab dem dritten Tag beginnt man zu Grübeln. Man denkt über Zuhause nach und das, was es eigentlich bedeutet. Und dann stehe ich da, wie im aktuellen Fall, dick eingemummelt mit Blick auf die wunderschöne Skyline von Rotterdam, atme tief durch und alles wird klar.
Als würde man alles von oben sehen, eine andere Perspektive, man ist eben mal raus statt mittendrin.

AIDAprima
AIDAprima im Hafen von Rotterdam

DER Tag

Und dann kommt der Tag, auf den ich mich ab dem zweiten Tag freue: Heimreise.

Meistens sind wir dann so angetrieben, dass wir eine Bahn früher nehmen oder einen Bus eher. Wir eilen nach Hause, knutschen den Kater platt und holen Adgi ab. Kaum Zuhause müssen die Tiere erstmal mit unseren Klamotten abgerieben werden. Denn ist euch mal aufgefallen, dass Tiere grauenhaft riechen, wenn sie über längere Zeit weg waren?!
Wenn dann wieder alle riechen, wie sie müssen (eine Prozedur auf die Scar nicht so steht) kommt das Familienkuscheln. Ab auf das Sofa (ausnahmsweise) und schmusen. Die ganze Nacht lang.

Liebe
Pure Liebe

*Zitat aus „König der Löwen“, Herzlichen Dank Zazu <3

Komm mit in unseren Alltag

3
Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentar Themen
1 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
3 Kommentatoren
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Ich verstehe dich sehr gut. Lg Claudia

Ich finde das zumindest einen sehr ehrlichen Umgang mit dem Thema. Wenn Du Urlaub in der Form brauchst, es Dir möglich ist, dann ist es genau richtig. Jeder sollte es so machen, wie er es für richtig hält und sollte sich dafür nicht rechtfertigen.

Ich selber möchte Socke nicht missen. Die Zeit mit ihr vergeht so schnell und ich möchte so viel Zeit mit ihr verbringen, wie es geht. Da Socke erkrankt ist, verzichten wir sogar auf einen längeren Urlaub, sondern begnügen uns mit kurzen Tripps innerhalb Deutschlands. Das versteht sicher auch nicht jeder.

Viele liebe Grüße
Sabine mit Socke