Lieber Nichthundehalter,

lies ruhig weiter. Ich werde dir keine Andacht über Rücksicht, Unfreundlichkeit oder Unverständnis halten. Obgleich das die 3 größten Themen sind, die uns wohl aneinander aufreiben.

Rücksicht, oder das Fehlen eben dieser ärgert uns meist schon auf dem ersten morgendlichen Spaziergang, wenn wir für den Radfahrer ins Gebüsch springen müssen oder das Auto nicht abbremmst, während man den Hund zu sich ruft.

Unfreundlichkeit, weil man beschimpft wird. Die schlimmste Beschimpfung musste ich erleben, als Bella und Sabrina da waren und Bella vor Aufregung bellte und ein altes Ehepaar an uns vorbei ging und unsere Hunde als „Krankheit“ oder „Biester“  beschimpfte. Und dabei hatten sich beide nicht mal für die Leute interessiert.

Unverständnis, weil wir nach der Arbeit eben erstmal nach Hause müssen und nicht noch spontan mit ins Café gehen können. Für viele ist es eben immer noch ein Problem, dass wir auch mit Mitte 20 unser Leben stärker strukturieren und organisieren müssen. Nach einer Party erstmal bei Freunden ausschlafen? No way.

Deine 3 größten Überlegungen für einen Flausch

Lieber Nichthundehalter,

wann immer ich dich treffe und Adgi sich an dich schmiegt bist du hin und weg.
„Ich hätte auch so gerne einen Hund…“ und dann folgt meist einer der 3 Gründe:

  1. …weil die immer sooooo niedlich und flauschig sind.
  2. …weil ich dann immer einen Grund hätte aufzustehen und aktiv zu sein. Mit so einem Hund muss man ja immer raus.
  3. …weil ich mich dann nicht mehr so allein fühle.

Es mag auch noch viele, viele andere Gründe geben- bessere und bei weitem auch schlechtere. Aber das sind die, die ich eben am häufigsten von dir höre.
Lass uns mal gemeinsam die 3 Gründe anschauen und von einem Hundehalter beantworten.

Niedlich und flauschig

Niedlich sind sie. Gerade als Welpen. Sie sind niedlich wenn sie schlafen und wenn sie etwas wollen. Ansonsten sind sie beim ersten ewigen Lächeln (Zähne fletschen) die hässlichsten Wesen dieser Welt. Wenn sie dir in den Flur pinkeln oder die Wohnung verunstalten sind sie, zumindest einen Moment lang, alles andere als niedlich. Wenn sie dir ins Gesicht pupsen habe ich auch andere Empfindungen als meinen Hund niedlich zu finden.
Das Adjetiv „niedlich“ gehört für mich zu Welpen oder die ein oder andere bestimmte Ausdrucksweise, zum Beispiel zum Trick „Schäm dich“. Irgendwann wird ein ein niedlicher Hund zu einem schönen Hund, wenn er nämlich groß ist. Bei manch einer Rasse ist groß dann schon gerne mal größer als erwartet.

Zum Thema flauschig. Oh Adgi ist so verdammt flauschig, wenn er trocken ist und vorher in der Ostsee war. Ja, wenn du einen flauschigen Hund siehst, dann ist das Arbeit. Bürsten, Waschen, Kacke aus dem Fell puhlen oder Kletten. Denn so ein flauschiges Fell zieht Dreck und Gestank magisch an. Auch wenn es kurze Haare sind. Selbst Hunde ohne Fell machen noch Arbeit. Ach und dieser Flausch muss auch mal getauscht werden. Du magst Flausch? Dann wirst du davon mehr als dir lieb ist haben. Überall. Auf dem Boden, in der Badewanne, an deinen Sachen und in dem Kuchen, den du den Kollegen gebacken hast. Versprochen.

Aktivität dank Hund

Also ich nehme mal vorweg, dass wenn du gern auf dem Sofa einen Serienmarathon startest und für 3 Tage nichts anderes tust, dann ändert sich das auch nicht auf Schlag mit einem Hund. Vorallem nicht mit einem wie Adgi. Der liebt Extremcouching nicht weniger als ich. Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man seinen Vierbeiner den ein oder anderen Tag verflucht, weil man raus muss. Und man muss sich eben bewegen und ab und an auch mal alleine durch die Wallachei stapfen. Dabei fängt man zu 90% mit Selbstgesprächen an und du hast viel Zeit zum Denken, Zweifeln und Planen.

Die letzten 3 Tage sind wir bei jedem Gassigang platternass geworden. Schön diese Aktivität. Ja nein, ist total herrlich so mit Hund im Regen. Am liebsten mag ich es, wenn es dann noch stürmt. Hagel ist auch so richtig geil. Schön ist auch Regen und der Hund kackt Gras. Und du willst eigentlich nur nach Hause aber dein Hund hält dir seinen Po hin, man möge ihm den Grashalm aus dem Poschi ziehen. Gut ist, wenn du noch eine Kacktüte hast. Doof ist, wenn nicht.

Antieinsamkeit

Kauf dir eine Katze. Die ist Zuhause, meist pflegeleichter und sorgt dafür, dass du mit ihr zwar nicht allein bist, aber auch nicht auf der Straße angesprochen wirst.

Denn genau das passiert und zumeist aus ganz unterschiedlichen Beweggründen. Die einen wollen wissen, was das denn für ein Hund ist oder sagen, dass er hübsch sei oder du ihn gut im Griff hast. Andere wiederum sagen, der wäre zu groß für dich, deine Wohnung und das Leben generell. Ein wahrlich Mammut. Oder der Hund stinkt (wenn das Deo mal wieder versagt hat) oder er sei bissig. Das sieht man dem großen schwarzen Hund nämlich an.

Ganz andere haben super Tipps auf Lager, denn bei Penny sind grad Tennisbälle im Angebot.

Aber es gibt auch viele tolle Begegnungen, die einem Mut machen, die einem einfach ein tolles Gefühl geben und die glücklich machen. Man ist eben doch viel weniger allein.

Hund mit Brett vorm Kopf

Lieber Nichthundemensch,

lass dir von mir sagen: Ein Hund ist das Beste, was dir passieren kann. Sie sind Geschenke. Sie sind Lehrer fürs Leben und können so viel besser leben als wir Menschen es jemals können werden.

Egal, warum du über einen Hund nachdenkst, handle mit Verstand. Den Sommer genießen und zu Weihnachten im Heim? Oder zu Weihnachten schenken und zur Urlaubssaison im Heim?
Ein Hund ist immer da. So treu, wie er an deiner Seite stehst, so treu musst du auch an seiner Seite stehen. Ein Hund ist immer eine Entscheidung fürs Leben. Nicht nur für deins.

Es muss nicht der schönste sein, es muss keien Dogge in der 1 Zimmer Wohnung sein und auch kein Staff mit Auflagen neben einem Kindergarten (Ich beziehe mich dabei darauf, dass der Satff dann dauerhaft nur mit Mauli raus darf, egal wie lieb).

Kauf dir gerne einen Hund, aber sei dir sicher, dass du Hilfe in deinem Umfeld hast, wenn dir was passiert oder jemandem, dem du helfen musst.

Lieber Nichthundemensch,

wenn du keine Hunde magst und du es bis hierhin geschafft hast zu lesen, dann tu mir einen Gefallen: Schlucks runter und klick weg. Und auch in Natura: Schlucks runter und geh weiter.
Ja, wenn Adgi dir zu nahe kommt, dann sag mir kurz bescheid, ich kann leider nicht Gedanken lesen. Ich respektiere dich mit deiner Meinung, respektiere du auch mich. Ich kann nicht Hellsehen, ich kann nicht an der Nase erkennen, ob du Hunde magst und ich sehe ebenso wenig ein, mich dafür zu rechtfertigen, dass ich mit Adgi zusammen lebe. Andere sind Plainspotter, das ist mindestens genauso freakig.

 

 

Komm mit in unseren Alltag

3 Gedanken zu „Lieber Nichthundehalter,

  1. Beide Daumen hoch! Mein Hund ist Familie und leg dich mit meinem Hund an, dann legst du dich mit mir und dem Rest der Familie an… Überleg es dir immer gut. 😉

    Nee, im Ernst. Ich könnte mir keinen Tag ohne mein freches Wuschelmädchen vorstellen. Sie vervollständigt mich in jeder Hinsicht und ohne sie wäre es echt trist und einsam.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva

  2. Na, was bin ich froh, dass ich Hundehalter bin und ein sehr glücklicher noch dazu.

    Ich respektiere Menschen, die keinen Hund haben und verstehe, dass sie mich vielleicht nicht verstehen. Ich lebte auch mal ohne Hund und konnte mir viele Dinge nicht vorstellen. Daher, auch wenn es schwer fällt, versuche ich jedem Menschen freundlich entgegen zu treten. Oft können sie nichts dafür…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  3. Vor allem der letzte Absatz ist die krasse Kontroverse zu mir. 😀

    Nachdem wir so oft schon auf Anti-Hund getroffen sind, nehme ich den Hund prinzipiell auf die Seite. Kinder müssen erst bei mir durch den Check, bevor ich nur ansatzweise den Weg frei mache. Da kommt es dann eher zu der anderen Situation wie: „Oh, darf ihr Hund nicht zu mir? Beisst der?“
    Bestimmt. Ist ein Raubtier. Wollen wir ’s mal testen?

    Wie du so schön schreibst: Hunde sind Lehrer für’s Leben.
    Wahre Worte!

    Tolles Statement!
    LG,
    Yvo & Kathy

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