Let´s talk about: Minirunden und Nullbockmomente

Der erste Beitrag einer Reihe, für die erstmal 12 angesetzt ist. Jeden Monat werde mich hier einem Thema stellen, dass jeder Tierbesitzer kennt, aber nicht gern offen aussspricht. Du kannst mitbestimmen, schick dazu einfach eine Mail an warnowtatzen@gmx.de oder kommentiere unter den Let´s talk about Beiträgen.

Starten wird die Reihe nun damit, dass ich hiermit folgende Wahrheit an den Tag befördere:

Manchmal gehe ich mit Adgi nur knapp vor die Tür.


In manchen Momenten sind wir knappe 5 Minuten draußen, da bin ich auch schon wieder zur Tür rein. Ohne Tricksen, ohne Spielen, ohne Zeitung aufschlagen für Adgi. Pipi, Kacken, rein.

Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Ein paar davon nachvollziehbar, andere nicht. Aber dafür ist die Reihe ja da.

Das Bett zu warm, die Nacht zu kurz

Gerade, wenn ich Frühdienst habe, komme ich teilweise nicht aus dem Bett. Aufstehen, wenn auf dem Wecker eine 6 ist? Horror. Dementsprechend schlecht komme ich gut und gern mal aus dem Bett. Dann ist die Bodenheizung im Bad so wunderbar und dann muss hier noch mal gucken und da noch mal trödeln und zack, bin ich viel zu spät dran und der Hund war noch nicht draußen. Also fällt die Runde kleiner aus. 10-15 Minuten.
Zum Glück, passiert das nicht alle Tage. Wäre ja auch für die Arbeit schlecht, immer zu spät zu kommen….

Draußen spukts!

Wir wohnen so richtig auf dem Dorf und wenn  ich vor die Türe gehe, ist rechts Pferdeweide und links Reitplatz und Fußballplatz mit einer großen Hecke. Nachts allein da durch? Ohne mich. Adgi ist da immer wie ein Schießhund, weil ich meine Angst nicht verstecken kann und er den Aufpasser mimt.
Das hab ich aber schon immer. Draußen im Dunkeln= gruselig. Deswegen hat Adgi schon in der alten Wohnung gelernt: Nachts ist der erste Busch seiner.
Wenn Michi allerdings da ist, würde er bis ans Ende der Welt laufen. Micha wollte mir das auch nicht glauben, dass der Hund ernsthaft alleine umdreht. Zum Beweis bin ich allein mit ihm raus und Micha hat es mit Abstand beobachtet und war sichtlich verwundert.

Adgi ist super anstrengend

Es gibt Tage, da ist Adgi sehr, sehr, sehr anstrengend. Quietscht, ist nicht ansprechbar und super gestresst.
Dann ist der Spaziergang keine Freude und ich bin ganz ehrlich, meine Reizschwelle steigt. Bevor es dann für beide Seiten zu frustrierend wird,  drehen wir um und er geht in sein  und ich in mein Zimmer. Es wird dann einfach später nochmal versucht und zu 80% mit besserem Ausgang. Ich muss nichts erzwingen und habe lieber einen positiven Gang als einen total miesen, den wir beide verfluchen.

ANSTRENGEND!

Es regnet, es ist kalt

Gerade im Moment ist es trüb und grau und regnet den ganzen Tag. Und da die Hoffnung zuletzt stirbt, gehe ich morgens dann gern mal eine Minirunde und hoffe, dass der Regen sich legt und die große Runde trocken ablaufen kann.
Weder für Adgi ist es ein Spaß drei mal durchzuweichen, noch stehe ich da drauf. So viele Sockenpaare habe ich ja nicht mal.

Einfach keine Lust

Japp, richtig gelesen. Manchmal habe ich einfach keine Lust. Das betrifft aber eher die Morgenrunden.
Dann kann ich mich schlichtweg nicht aufraffen. Aufstehen schon bäh, Schuhe anziehen antrengend, richtige Jacke nicht im Schrank. Einfach keine Lust.
Manchmal habe ich das auch Nachmittags. Dann wird es später und später und später und letztlich lauf ich durch die Dämmerung und ärgere mich, dass ich nicht vorher raus bin.
Meine Belohnung ist Adgis Leitwesen: wir gehen trainieren. Erst Acker und laufen und dann an der Straße zurück. An der Straße zurück heißt auch Leinentraining. Danach ist er ordentlich matsch im Kopf, ohne, dass ich 5 Stunden Joggen gehe.

Fazit

Ja, mein Problem sind defintiv die Morgenrunden. Ich hasse sie. Ich finde sie fürchterlich. Ich mag sie nicht. Wenn ich kann, dann schiebe ich sie ab. Das ist nicht richtig. Das ist nicht der perfekte Hundehalter. Aber das ist das Leben. Nicht immer macht alles jeden Tag Spaß. Und Gassi gehört dazu.

Es graute mich auch ganz ehrlich, vor Beginn des Urlaubs und Mutterschutzes davor, dass ich von nun an die Nachmittagsrunden allein drehen muss. Zumindest einen Teil davon, damit der Lieblingsmensch besser lernen kann. Den ersten Tag fiel es mir auch super schwer mich vom Sofa zu trennen. An Tag 2 wurde es schon leichter und so wird es jeden Tag besser. Nur die Morgenrunde, die wird immer mein Hassthema bleiben. Und da brauch ich auch gar nicht erzählen, dass es nicht so ist. Hat schon einen Grund, warum ich in den Instastorys so gut wie nie von der Morgenrunde erzähle.
Es sind zu viele Menschen unterwegs, zu viele Autos, zu viel von allem.
Und deswegen haben wir uns auf folgendes geeinigt: morgens erledigen wir die dringensten Dinge und drehen dann spätestens 3-4 Stunden später eine tolle Ackerrunde mit Spielen, Buddeln und Spaß. Ja, damit konnten wir uns arrangieren. Der Adgi und ich. Zumindest für die nächste Zeit und dann mal sehen, wie sehr Pünktchen alles wieder durcheinander bringt.

Aber nun: Let´s talk about: Magst du absolut jede Gassirunde? Hast du Nullbockmomente? Welche Runde magst du am wenigsten?

Komm mit in unseren Alltag

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Ich hatte sicher schon viele „Null-Bock-Momente“ – und jeder unserer Hunde hat auch schon kurze Runden erlebt … aus den unterschiedlichsten Gründen: Wetter, Krankheit bei Hund oder Mensch, fremder Ort, merkwürdige Geräusche oder wahrscheinlich noch hundert andere Gründe. Meistens ist bei uns die Morgenrunde die längste des Tages … ich bin aber auch ein Frühaufsteher und finde es toll um fünf Uhr alleine mit Den Hunden unterwegs zu sein. Unsere Hunde kennen diese fürhen Runden auch in der Dunkelheit schon von Welpenbeinen an, daher habette bis jetzt auch noch keiner ein problem damit – ich allerdings auch nicht 😉 Bei… Read more »

Auch hier gibt es diese Momente… Wobei ich mir das Gassigehen, eh mit dem Socke-nHalter teile. Mir ist es wichtig, dass ich morgens vor dem Dienst die erste Runde mit Socke gehe. Dafür stehe ich um 04:15 Uhr auf. An den Tagen, an denen ich zu Hause arbeite, bin ich in der Regel für die Runden bis 15:00 Uhr zuständig. Dann über nimmt der Socke-nHalter. Zu 90 % bin ich – zumindest im Winter – für ersten Gassirunden zuständig, dann springt der Socke-nhalter ein. Auch wenn ich keine Lust habe, gebe ich zu, dass wenn ich den inneren Schweinehund überwunden… Read more »

Puh Gott sei dank sind auch andere Hunde bei den Spaziergängen manchmal anstrengend und gestresst :-). Ich habe hier so eine pubertären Jüngling mit 10 Monaten sitzen… Bei den Spaziergängen gibt es eher selten nur Minirunden. Aber immer 100 % Lust habe ich auch nicht. Gerade in den Hochphasen der Pubertät bin ich manchmal froh, wenn ich die letzte Runde des Tages hinter mich gebracht habe. Bei den Morgenrunden geht es mir aber ähnlich wie dir – ich bin auch kein Fan von großen Spaziergängen um die Zeit und wir gehen zum Bäcker, holen Brötchen und dann schnell wieder nach… Read more »

Boah, ich fühle mit dir. Bei mir sind es gar nicht mal die Morgenrunden – da bin ich noch so betüddelt, da bekomme ich gar nichts mit – sondern die Abendrunden. Aber vor allem im Herbst/Winter, wenn es regnet und stürmt. Ich hasse es so sehr! Da liegst du gemütlich im Warmen – und dann will dieser Hund noch mal raus. Ganz besonders schlimm sind die Montage, weil Dennis da nicht mal zu Hause ist und ich die Abendrunde allein gehen muss. Bääh! Mittagsrunde ist dagegen dufte. Da ist der Kopf auch noch leer und ich (meistens) entspannt. Ja, vielleicht… Read more »

Ich kann gut mitfühlen 🙂 Unsere erste und letzte Runde ist MEISTENS nur eine Pipikacka-Runde und dauert 5-10 Minuten, das ist völlig normal. Ist schlechtes Wetter, habe ich viel zu tun oder eben auch einfach keine Lust, gammeln wir auch manchmal vor uns hin. Dafür weiß ich, dass ich dann eben am nächsten Tag mit Dama an den Strand/zum Auslauf/sonstwohin fahre oder (wenn dann immernoch Mistwetter ist) wir machen Suchspiele/Tricks drinnen. Die gute Nachricht: Dass der Hund solche „Gammeltage“ mal erlebt, ist GUT! Wenn man nämlich mal wirklich krank ist oder keine Zeit hat, kennt der Hund es schon, dass… Read more »

Knappe fünf Minuten – das können wir noch unterbieten. Mitunter dauert unsere Abendrunde weniger als eine Minute, zum nächsten Busch und zurück im Eiltempo. Wir sind nämlich müde und wollen schnellstmöglich ins Bett. Und Mia kommt gar nicht erst mit, sie ist um diese Zeit nicht mehr zum Aufstehen zu bewegen. Dafür gehen wir aber morgens und mittags immer lange. Manchmal habe ich zwar eigentlich keine Lust, aber Kalle freut sich so sehr, wenn wir aufbrechen, dass das dann doch irgendwie ansteckend ist. 🙂 Ich muss aber dazu sagen, dass meine Hunde auch wenig anstrengend auf Spaziergängen sind (solange keine… Read more »

Oh, die leidige Morgenrunde! Das kenne ich nur zu gut. Oder auch nicht. Denn ich gestehe, wenn ich morgens früh los muss schmeiße ich sie durch die Terassentür in den Garten, sage „spielt mal schön“ und gehe in die Küche zum Lebenelixier Kaffee. 3 Tage die Woche kein Morgengassi, Tierschutz!
Witzigerweise scheint es ihnen hier trotzdem zu gefallen und so eine morgendliche Zaunkontrolle ohne Frauchen dauert auch schon mal 30 Minuten. 😉 Echte Hofhunde halt.
Ich denke, wir Hundehalter sollten gnädiger zu uns sein. Wir sind auch nur Menschen.
Herzliche Grüße
Stephie