[Tag des Ehrenamtes] Lachen auf 4 Pfoten

Ach, ich erzähle viel zu wenig von unseren Tagen beim Besuchshundedienst. Und dabei könnte man so viel erzählen. Wobei es meist kleine Dinge sind, die man im Herzen einschließt und nicht mit Fotos festzuhalten sind.
Erklärt habe ich in Artikeln wie dem Ananashund schon, was wir machen und deswegen soll es heute darum gehen, was Adgi dabei an Unfug lernt und den Besuchten dann doch die meiste Freude macht.

Häschen!!!!!

Unsere jetzige Einrichtung hat im Garten Hasen wohnen und das weiß Adgi ganz genau. Nachdem wir nicht mehr in einer großen Runde sitzen, sondern von Zimmer zu spazieren hat der Hund das sehr schnell gelernt. Mitterweile weiß er mehr als genau, aus welchem Fenster er die beste Sicht auf den Auslauf im Garten hat und, dass man längst nicht von überall aus in den Garten schauen kann. Aber wehe dem, die Hasen hoppel frech durch das Grün, dann müssen die Gardinen bei Seite und die Nase an die Scheibe gedrückt werden. Dann kommt richtiges Leben in die Zimmer und wenn man sich selber denkt „Oh man, mein Hund zeigt sich von der schlechtesten Seite!“ und sich am liebsten in Peinlichkeit zurückziehen möchte, dann sieht man das Lachen in den Augen. Denn den Anspruch an Perfektheit hat man dort meist abgelegt und gelernt, dass Perfektionismus nicht möglich ist.

Kekfe?! Welfe Kekfe?!

Mal ganz ehrlich, was haben alle Omas und Opas immer Zuhause? Richtig, Kekse.

Das hat auch Adgi super schnell gelernt. Es ist so goldig, wenn er den Schrank anstarrt, in dem die Kekse sind und drängelt, dass er die dann JETZT haben möchte.
Schnell wird das Begehren erkannt und die gesammelten Kekse rausgeholt. Nach jedem Keks heißt es „Das reicht jetzt…..ok einen noch…“ und dann hat er alle aufgegesssen. Ehe man sich versieht.

Was er mit Abstand am schnellsten gelernt hat? Wer wo welches Naschi hat und wie er es am schnellsten bekommen kann.

Übrigens füttern wir immer erst danach, damit wir sein Frühstück auf die Anzahl der Kekse, Leckerlis und Naschigkeiten anpassen können. Ansonsten ist er bald die unterste Kugel des Schneemanns, den ich soo gern bauen möchte.

Auf dem Rücken liegend, alle Viere von sich können die meisten streicheln

Man soll einen Hund nicht bedrängen. Ein Hund braucht seinen individuellen Freiraum. Gruppen von Menschen sollten nicht um einen Hund herumstehen.

Ähm nein, nicht für Adgi. Für Adgi zählt nur eins: Hände, überall müssen Hände sein. Möglichst viele Menschen müssen ihn nach Möglichkeit an ALLEN Körperstellen kraulen. Gerade wenn wir bei Kindern sind, ist es für Adgi das Größte, wenn ich mich auf den Boden setze, er den Kopf an mein Knie drücken kann und sich die Kinder rings um ihn herum setzen und streicheln. Viele kleine Hände ist Adgis liebstes Wellnessprogramm und wenn ein Kind dann sagt, es käme nicht dran ist das für das Kuschelmonster gar kein Problem! Es werden alle Viere von sich gestreckt, sodass noch mindestens vier Kinder mehr Platz haben, ihn zu streicheln. Dabei schläft er sogar tief und fest ein!

Ein Lachen für Zuhause

So oft denke ich, dass ich den unperfektesten Hund dieser Welt habe, aber gerade das Ehrenamt zeigt mir, dass genau diese Unperfektheit ihn ausmacht.

Es können alle über seine Tollpatschigkeit lachen, sein schnelles Gebelle und Verteidigen ist mir oft unangenehm. Tatsächlich ist es aber eine seiner Eigenschaften, die am meisten bewundert wird. Sein Ziehen an der Leine ist weg, wenn andere mit ihm unterwegs sind und seine Stürmigkeit löst heitere Freude bei allen aus.

Ich nehme all die schönen Momente mit nach Hause, schließe sie in mein Herz ein und behalte sie für mich. Damit wird mein Teil der Welt ein bisschen besser und vielleicht der Teil derer, mit denen ich Adgi teilen kann.

Sicherlich kann das nicht jeder Hund machen und das sollte auch nicht jeder sein, aber wenn dein Hund das Kuschelgen in sich trägt, dann hab den Mut den Schritt zu gehen.

Außerdem gibt es so viele tolle Ehrenämter, die jemanden mit Herz und Willen suchen. Finde auch du deins.


[Edit] Dieser Beitrag ist nicht nur Herzensangelegenheit, nicht nur die Feier des Tages des Ehrenamts, nein, er hilft auch Matze und Nicola, die für jeden Beitrag rund um Assistenzhunde (egal in welchem Bezug) einen Monat Futter von futalis bekommen und so bei der Ausbildung zum PTBS-Assistenzhund unterstützt werden.
Auch du kannst helfen. Schreibe auf deinem Blog einen Beitrag oder, wenn du keinen hast, schick mir deine Geschichte an WarnowTatzen@gmx.de und ich veröffentliche ihn für dich und wir sichern Matze gemeinsam einen Sack Futter.

Komm mit in unseren Alltag

2 Gedanken zu „[Tag des Ehrenamtes] Lachen auf 4 Pfoten

  1. Es ist so toll, dass Ihr das macht und dabei noch ganz viele eigene schöne Erinnerungen mitnehmt. Im Übrigen scheint der vermeintlich unperfekte Adgi perfekt für diesen Job zu sein. Schön, dass Du das möglich machst.

    Viele vorweihnachtliche Grüße
    Sabine mit Socke

  2. Toll! Eine wichtige und sinnvolle Sache!
    Ren war auch mal 2 Jahre aktiver Besuchshund im Altenheim. Aber wir haben das dann irgendwann aufgegeben weil ich es psychisch nicht geschafft habe… Das ging mir dort alles näher als erwartet und ich war nach unserem Einsatz immer fix und fertig… Aber ich glaube in den 2 Jahren haben wir einige Menschen für ein paar Minuten glücklich gemacht!
    Macht weiter so!!!!

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

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