Ein Hund im Büro-was sagst du?

 Nicht nur meine Meinung zählt in diesem Beitrag. Ich habe einfach mal ein paar Stimmen gesammelt zu der Frage:

„Ein Hund im Büro-was sagst du?“

 Seid 2014 nimmt Michael Adgi jetzt mit zur Arbeit. 2-3 mal die Woche tritt Adgi seinen Dienst im  Presse- und Informationszentrum in Rostock an. Er darf alle Kollegen begrüßen und sein Plüschtier wartet auf seinem Teppich rechts neben dem Schreibtisch auf ihn.

Der Weg dahin war voll mit einer Checkliste-alle Impfungen, Floh- und Zeckenschutz in Vollendung, ein Gesundheitsschreiben und eine Haftpflicht. Es war zwar leichter als die Musterung, aber trotzdem spannend, ob alles klappt.

 

Mittlerweile ist Adgi ein alter Hase im Dienst, kein Murren mehr wenn Kollegen in die Tür kommen. Er weiß, wer was zu Naschen hat und wer eine Portion Liebe abgibt-Zuhause wird das arme Tier ja nicht gestreichelt.

Adgi kennt seine Grenzen, wartet morgens artig vor der Küche auf sein Wasser und bleibt allein im Büro, wenn Michael was zu erledigen hat und natürlich wird immer wieder eine Streichelheit mit heftigem Stupsen am Arm eingefordert.

Pupsen geht er aber lieber zu den Kollegen-gut erzogen nenne ich das, eklig nennen es die Kollegen.

Ich denke, nach 1,5 Jahren Bürohundedienst kann man eine Bilanz ziehen. Was macht das aus dem Hund und was macht es aus den Menschen in seinem Umfeld.

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Punkt 1: Adgi erscheint entspannter, er ist nicht jeden Tag allein, bekommt Aufmerksamkeit in Massen und erträgt die wenigen Stunden allein deutlich besser.

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Punkt 2: Michael ist entspannter. Er wird immer zu Minipausen gezwungen, er schaut nicht nur auf den Bildschirm und kann beim Grübeln Adgis Ohr kraulen und es scheint, dass er an solchen Tagen doppelt so gern zur Arbeit geht.

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Punkt 3: Die Beziehung der Beiden hat einen Schub bekommen. Sie vertrauen einander in einer Art und Weise, die ich teilweise beneide.

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Punkt 4: Den ich, wenn ich Michael mit Adgi abhole selber genießen darf: Alle Lächeln, sagen Hallo und halten einen Moment lang inne, irgendwie scheint das beschäftigte Treiben einen Moment lang langsamer zu werden. Die Stimmung verändert sich schlagartig. Die Menschen strecken die Arme aus, öffnen sich und vorallem die Gesichter bekommen einen anderen Ausdruck-Gelassenheit.

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Ich danke allen, die mitgemacht haben:

 

FK Kübel

StBtsm Heyng

OBtsm Wernicke

OFR Brucksch

Btsm Kraatz

OMT Letzin

Ihr macht Adgis Tag jeden Tag ein Stückchen besser und tragt zu Adgis Erziehung so positiv bei!

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Eine ganz besondere Meinung von Herrn Fragattenkapitän Kübel:

Null Stress dank Bordhund Adgi
Es ist mal wieder mächtig was los im Presse-Informationszentrum der Marine. Leute huschen über den Flur, im Vorübergehen werden schnell Informationen an den offenen Türen des Büroflurs ausgetauscht. Wie auf einer Ameisenstraße laufen unsere Mitarbeiter Richtung Drucker, Kaffeemaschine und Büros. Dazu klingeln unaufhörlich die Telefone.  Seit einem Jahr ist das aber anders! Und schuld daran ist ein braun schwarzer Hund mit Schlappohren und treuen Augen.  Automatisch verlangsamt sich die Schlagzahl –es gibt auf einmal keinen, der sich nicht die Zeit nimmt Adgi zu begrüßen, zu knuddeln oder wenigstens mal schnell zu streicheln. Das „arme Tier“bekommt ja offensichtlich zu Hause keine Streicheleinheiten.  Zudem gibt es schon einen kleinen Wettkampf um die Gunst des schwanzwedelnden Stimmungsaufheller.  Manch einer hat versteckt eine Tüte „Frolic“ um eine Nase weiter vorn zu sein.  Nun sind wir zwar Marinesoldaten, aber nicht an Bord sondern in einem Betonkreuzer. Auf Marineschiffen gab es traditionell bis in die 70er Jahre die sogenannten Bordhunde. Es ist klar, dass dieser Brauch abgeschafft werden musste, da sich an Bord nun einmal ein Tier nicht artgerecht halten lässt. Und schon gar nicht ein Hund, der auf stundenlanges Gassi gehen nicht verzichten kann und darf. Aber es ist überliefert, dass Bordhunde damals schon die gleiche Wirkung hatten, wie Adgi auf unserem Flur. Der Alltag wird unterbrochen und man hat Gelegenheit sich mit einem Geschöpf zu beschäftigen, das einem Zuneigung und Wärme schenkt und keine Gegenleistung einfordert. An Bord der Schiffe sagt man, wurden harte Männer ganz weich. Kapitäne wurden genauso liebevoll abgeschleckt, wie der kleinste Decksmatrose. Gott sei Dank gelten die strengen Bordregeln nicht für Kasernen und so darf Adgi, nach mehreren amtlichen Untersuchungen und Impfungen – bei uns herrscht natürlich Ordnung –mit seinem Herrchen gemeinsam zur Arbeit gehen. Und eines ist sicher, Adgi hat in der kurzen Zeit mehr Spuren hinterlassen, als viele Vorgesetzten. Auf unseren „Bordhund“möchten wir in Zukunft nicht mehr verzichten.

FK Kübel und Adgi_b

Komm mit in unseren Alltag

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Ist das zauberhaft! Bürohunde sind echt eine Bereicherung. Hätte ich damals Moe mit ins Büro nehmen können, wäre ich mit Sicherheit noch ein Jahr lang als Schwangerschaftsvertretung geblieben. Aber Hunde waren absolut nicht erlaubt, weil einer der 30 Kollegen (!!!) sich dagegen gestellt hat – aus Angst. Er hat auch nicht mit sich reden lassen. Das habe ich ihm damals echt übel genommen, vor allem, weil wir nicht im gleichen Raum saßen. Aber, am Ende weiß man ja immer nicht, wofür es gut ist – so habe ich direkt nach der Ausbildung „zu Hause“ angefangen und alles ist super. Adgi… Weiterlesen »