[Gastbeitrag] Patient Hund auf dem Küchentisch

Schon länger ärgere ich mich in Tiergruppen darüber, dass Bilder hochgeladen werden von Hunden mit knallroten Augen oder Katzen, die sich dauerhaft übergeben. Warum? Weil in der Zeit, in der man das „perfekte“ Foto versucht zu machen und einen ewig langen Text ins Handy tippt, auch schon längst beim Tierarzt gewesen sein könnte.
Stephie vom Pell-Mell-Pack hat dazu eine besonders krasse Geschichte erlebt und ich freu mich, dass ich sie für euch veröffentlichen darf.
Schaut auch gleichzeitig bei Shiva und Sandra vorbei, hier lest hier eine weitere Geschichte, die Nora erlebt hat.

Patient Hund auf dem Küchentisch

Das Internet ist in meinen Augen eine kleine Revolution des Wissens. Jeder kann Themen durch Suchmaschinen jagen und findet Informationen. Egal zu welchem Thema.

Auch zu Krankheiten unserer Tiere und zu Medikation lassen sich Unmengen finden. Ich finde es toll, dass wir so die Möglichkeit haben, zu informierten und kritische Tierhalter zu werden. Und ein guter Tierarzt sollte sich über solche Halter freuen und die Diskussion nicht scheuen. Wir können unsere Hunde beurteilen, uns fallen auch kleine Symptome eher auf. Und durch Mitdenken können wir vielleicht den entscheidenden Hinweis geben, der zum Erkennen und hoffentlich zur Heilung führt. Denn auch unsere Tierärzte sind nur Menschen, haben nur ein Gehirn und können nicht alle Symptome aller Krankheiten und aller Tierarten auf Knopfdruck abrufen.

Kritisch wird es meines Erachtens in dem Moment, in dem wir unserem Tierarzt das Misstrauensvotum aussprechen und unser Tier lieber nach Ratschlägen fremder Menschen behandeln, von denen wir noch nicht mal wissen, ob sie überhaupt medizinisches Grundwissen besitzen. Und die unser Tier nie gesehen haben. Ich spreche hier von der vermeintlich allwissenden „Schwarm-Intelligenz“ in Foren und Gruppen, allen voran Facebook-Gruppen.

Häufig erhält man hier auf eine Frage keine Erfahrungsberichte und Ideen anderer, sondern man erhält eine fertige Diagnose. Da werden Blutwerte und Symptome wild interpretiert und Behandlungspläne erstellt. Gegen den behandelnden Tierarzt wird munter gewettert, obwohl diese Menschen ihn gar nicht kennen, nicht abschätzen können, ob der Halter in seiner Angst um sein Tier vielleicht nur die Hälfte gehört hat. Immer häufiger gehen Halter auch gar nicht erst zum Tierarzt, sondern verlassen sich gleich auf ihre Gruppe und die dort gegebenen (unethischen) Heilversprechen.

Ich helfe einen Tag in der Woche in einer Tierarztpraxis und musste vor kurzem leider erst so einen  Fall erleben. Eine Frau kam an einem Sonntag als Notfall mit ihrem Kater zu uns. Am Telefon sagte sie, er hätte Schmerzen und könne kein Urin lassen. Da die Tierklinik weit weg ist, wollten wir den Kater zumindest einmal sehen.

Der Kater kam und war augenscheinlich in einem extrem schlechten Zustand. Apathisch, schlechtes Fell, Uringeruch aus dem Maul und eine pralle Blase, größer als ein Golfball. Wir haben uns gewundert, dass das so schnell entstanden sein sollte. Hatten wir am Samstag doch auch auf und da war sie nicht in der normalen Sprechstunde erschienen. Die Frau erklärte uns dann, dass sie in einer Facebook-Gruppe im Gespräch über ihren Kater wäre. Er hätte nach Meinung aller eine Blasenentzündung und sie hätte die empfohlenen Mittel gegeben. Allerdings würde sie sich nun doch Sorgen machen, da es ja seit Tagen nicht besser würde.

Wir versuchten der Frau zu erklären, dass es sich hier nicht um eine Blasenentzündung handelte, sondern um Steine, die die Harnröhre verlegten. Und das sei ein absoluter Notfall, sie müsse sofort in die Tierklinik. Sie weigerte sich und sagte, Tierkliniken würden nur abkassieren und auch nicht wirklich helfen. Darüber hätte sie schon viel in ihrer Gruppe gelesen. Es kam wie es kommen musste, am nächsten Tag war der Kater tot. Er hatte sich selbst mit seinem Urin vergiftet.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Facebook-Gruppe

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Auch Wochen später lässt uns dieser Fall nicht los. Der Kater hätte leben können, wenn ihm in einer Klinik mit einer stationären Aufnahme geholfen worden wäre. Wir fragten uns, wie wir noch massiver und deutlicher hätten sein können.

Auch über die Frau haben wir viel geflucht. Wie man so blöd sein könne, so taub gegenüber allen Argumenten, die ihr Tier hätten retten können. Aber das ist falsch. Die Frau war nicht blöd, nicht ungebildet. Sie hatte nur so viele auf den ersten Blick schlüssige Argumente in ihrer Facebook-Gruppe gehört, dass sie das Vertrauen zu Tierärzten und deren Ratschlägen verloren hatte. Fast, wie eine Gehirnwäsche.

Die Personen, die diesen Tod am ehesten zu verantworten haben, sind die Mitglieder der Facebook-Gruppe. Die Menschen, die leichtfertig Diagnosen raushauen, mit Medikamenten um sich werfen und meinen, den heiligen Gral der Weisheit zu besitzen. Und alles ferndiagnostisch, ohne das Tier je gesehen und untersucht zu haben.

Daher meine Bitte an alle, die in solchen Gruppen aktiv sind. Berichtet gerne von euren Erfahrungen, aber betont, dass es euer Tier betraf und nicht allgemeingültig sein muss. Unterstützt, dass sich Ratsuchende einen guten Tierarzt suchen. Und vielleicht auch einen zweiten oder dritten, bis die Chemie stimmt. Gebt Ideen und Impulse, keine Lösungen. Regt zum selber Nachdenken an und seid kritisch mit euch, wenn sich das Hochgefühl, Ratgeber zu sein, einstellt. Wir sind alle nicht gefeit, kennen wahrscheinlich alle das gute Gefühl, um Ratschläge gebeten zu werden und Antworten zu haben. Dieses Gefühl sollte Euch immer in Alarm versetzen. Denn es kann oft mehr schaden als nützen.

Ihr verunsicherten Tierhalter: Bitte informiert Euch, so viel ihr wollt und könnt. Aber sucht euch in der analogen Welt sehr gute Partner. Tierärzte, Tierheilpraktiker, Tierphysiotherapeuten und Tierkliniken. Ein Netzwerk erfahrener realer Menschen, die sich um Dich und dein Tier kümmern, ist mit Gold nicht aufzuwiegen.

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Myositis und das was bleibt

Ich habe euch schon erzählt, wie es Adgi mit der Diagnose so erging.

Aber jetzt, gut eine Woche nach dem lang ersehnten Moment bringe ich euch mal wieder auf Stand.

Die Frage aller Fragen

Tja, in diesem Moment war es nicht „Willst du mich heiraten?“, sondern eine ganz andere, von der ich nie gedacht hätte, dass sie mich so glücklich machen kann:

„Frau Reining? Wollen wir die Tabletten absetzen?“

Ähnlich wie bei einem Antrag kam nur „JAJAJAJAJAJAAAA“ aus meinem Mund.

Die Tränchen konnte ich runterschlucken und die zitternen Hände habe ich in Adgi Mähne versteckt.

Ganz naiv habe ich kopfnickend den Satz überhört, dass es eine Erbkrankheit sei und immer wieder kommen kann.

„Ja ja“ dacht ich mir, schnappte den Hund und hinter mir sah man nur noch eine Staubwolke.

Wie es weiter geht?

Tja, eigentlich wie vor der Diagnose.

Wir können nichts machen. Es ist eine Erbkrankheit. Wir können nicht das Futter umstellen oder die Luft befeuchten.

Was wir jetzt machen, ist seinen Kiefer mittels Kong und Zergelspielen stärken.

Und eines müssen wir wieder ganz dringend üben: sich das Maul öffnen lassen.

Wir machen das ganz langsam und ohne Druck, denn damit kommen wir nicht weiter.

Fürs erste kraulte ich ihm ganz viel die Nase und die Wange.

Mittlerweile kann ich seine Lefzen wieder hochziehen und auf das Zahnfleisch drücken (das macht der Arzt, um die Kapillarefüllzeit zu testen)

Der nächste Schritt wird sein, mit einer Hand von oben und mit der anderen Hand von unten die Zähne frei zu legen und dann ganz langsam anfangen Druch auszuüben und das Maul zu öffnen.

Aber wie gesagt, ganz sachte. Es drängt uns ja niemand.

Die Diagnose ist da

Diese Woche wurde dann doch ruhiger als eigentlich geplant.

Aber ich sage es euch so wie es ist: Ich hatte einfach keine Lust.

Am Anfang der Woche haben wir Adgis Diagnose endlich bekommen und ich wollte weder darüber schreiben, noch wie toll unser Ausflug an den Strand war.

Aber jetzt kommts.

Am Anfang der Woche rief der Arzt an; die Ergebnisse sind da.

Endlich kam der Antikörpertest und der brachte Grenzwerte mit sich.

Adgi hat Myositis. Adgi hat eine Autoimmunerkrankung.

Myositis

Ich hatte es ja schon mal beschrieben.

Es ist eine Kiefermuskelentzündung.

Dobermänner, Golden Retriever und Schäferhunde unter anderen sind prädestiniert dafür.

Behandlung

Jetzt geht es mit Cortison los:

50mg Azatrioprin und 50mg Prednisolon.

Die Tabletten sind mini. Wirklich mini. Und von diesen Tabletten in mini bekommt er eine 3/4 Tablette.

Wir haben jetzt einen Tablettenschneider, aber die Sache mit der 3/4 Tablette ist echt kniffelig.

An die Mädels: versucht mal eine  3/4 Pille zu nehmen.

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Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen, außer, dass sein Gesicht wieder extrem einfällt.

Er ist so schon sehr dünn und nun noch mehr. Deswegen gibt es auch noch mehr fressen.

Außerdem hat er sehr viel Durst und somit muss er sehr viel Pinkeln.

Er schläft auch sehr viel und wirkt irgenwie ein bisschen tranig

Worst Case

Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass das Cortison nicht anschlägt und er seinen Fang über kurz oder lang gar nicht mehr aufbekommt und irgwann verhungert.

Oder sein Fang muss unter Narkose geöffnet werden.

Ein anderer Fall kann sein, dass der Körper aufhört eigenständig Cortison zu produzieren.

Aber daran wollen wir nicht denken.

So gehts weiter

Wir achten darauf, dass Adgi nicht krank wird, weil sein Immunsystem runtergefahren wird.

Er bekommt einfach mehr Fressen, damit er nicht noch dünner wird.

Wir muntern ihn noch mehr auf-was er wirklich braucht. Also laufe ich durch die Wohnung und quietsche „Was tuuuust du daaaaaa?“ Adgi wedelt dann mit dem Schwanz und sieht ziemlich belustigt aus. Außerdem tanzen wir. Ja, tanzen. Ich habe meine alten Mixtapes rausgesucht und nun zappeln wir zu Akon und singen „Lonely! I´m so lonely! I have nobody on my own“ oder hüpfen zu „Bonkers!“.

So sind wir Kinder aus den 90er. ich bin mir sicher Haddaway war auch schon dabei.

Adgi steht dann zwischen meinen Beinen und wir wippen und her. Oder ich drehe mich und er rennt hinter her.

In regelmäßigen Abständen telefonieren wir mit den Ärzten, die sich super kümmern.

Seine Schnute bekommt er auch schon weiter auf. Juhu!

Am Dienstag haben wir wieder ein Gespräch mit dem Arzt und wir hoffen, dass wir dann mehr über die Dauer der Therapie wissen und vielleicht ein Ende absehen können.

Bis dahin Singen, Tanzen und Schmusen wir.

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Zeit zwischen Angst und Hoffnung

Am Montag schaute uns ein Quollauge an.

Er sah aus, als hätte er sich geprügelt oder eine Wespe ihn besucht.

Dienstag ging es dann gleich zum Arzt-Antibiotika und fiebersenkende Mittel. Heute war Nachkontrolle und eigentlich sah alles wieder gut aus. Es sollte nur geröntgt werden.

Daraus wurde dann eine Biopsie und Einsendung ins Labor.

Ich möchte nicht über die Behandlung schreiben, eher über das was jetzt in meinem Kopf los ist.

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Zeit zwischen Angst und Hoffnung

Am Montag schaute uns ein Quollauge an.

Er sah aus, als hätte er sich geprügelt oder eine Wespe ihn besucht.

Dienstag ging es dann gleich zum Arzt-Antibiotika und fiebersenkende Mittel. Heute war Nachkontrolle und eigentlich sah alles wieder gut aus. Es sollte nur geröntgt werden.

Daraus wurde dann eine Biopsie und Einsendung ins Labor.

Ich möchte nicht über die Behandlung schreiben, eher über das was jetzt in meinem Kopf los ist.

Wir sind jetzt 2 Jahre ein Team.

Adgi hat mir das Träumen beigebracht. Er hat meine Einstellung zum Leben verändert und ist an so vielen Tagen der Grund sich aus dem Bett zu bemühen.

Naja, und wie oft ist er Grundlage für diesen Blog? 80% der Texte mindestens.

Beim Arzt steht nun ein Verdacht und wir haben alles in die Wege geleitet, um diesen hoffentlich nicht zu bestätigen.

Aber nun sitzt man in der Zeit zwischen Angst und Hoffnung. Kennt ihr das?

Die eine Hälfte sagt einem, dass alles gut wird, dass es ja nur ein Verdacht ist und das alles wieder wird.

Man klammert sich daran und redet sich ein, dass es nicht gerade einen selber trifft. Man wird egoistisch und redet sich ein, dass man es nicht verdient hat, dass es das Tier nicht verdient hat.

Die andere Seite verliert gern in einem „schwachen“ Moment die Hoffnung. Fängt an sich zu bemitleiden. Es ziehen all die tollen Momente durch den Kopf und Panik macht sich breit, dass sich diese nicht wiederholen wird, die Pläne für die Zukunft platzen wie die Seifenblasen, die der Hund letzten Sommer noch zerbissen hat.

Wie verhalten?!

Ganz ehrlich? ich habe keine Ahnung.

 

Ich warte einfach ab, versuche mich nicht verrückt zu machen. Bin stark.

Außerdem ist Adgi ist sehr lustig, da die Narkose noch nicht 100% abgebaut ist.

Ich habe dauerhaft das Gefühl, dass ich ihn mit meinen Sachen abreiben muss, um den Geruch nach Tierarzt los zu bekommen. Diese Mischung aus Krankenhaus, Urin und Schweiß.

So langsam haben wir den Geruch aber wieder verbannt, Zum Glück. Seither ist die Angst auch ein bisschen weiter in den Hintergrund gerückt.

 

Also, wie verhalten?

Ruhig bleiben, weiter machen und sich am Hund rubbeln und damit den bösen Geruch nach Krankheit vertreiben-das macht das Klardenken einfacher!

Oh und Eis hilft und Schokolade-also nicht für den leidenden Vierbeiner, versteht sich.

Ganz wichtig: Positiv bleiben und sachlich!

Vielleicht ist euch in der letzten Zeit was aufgefallen, was ihr dem Arzt noch nicht gesagt habt. Was fällt euch im Moment noch auf?

Und ich riskiere jetzt mal sehr kalt zu klingen: Wie weit wollt ihr gehen?

Ja, es kann alles gut gehen, aber es kann auch immer eine schlechte Nachricht werden und dann versucht erstmal einen klaren Gedanken zu fassen.

Wie gehts nun weiter?

Heute ist Nachkontrolle der Biopsiepunkte auf dem Kopf.

In 10 Tagen werden die Fäden gezogen.

Nächste Woche kommen die Laborwerte.

Ich werde inzwischen versuchen, mich an meine eigenen Tipps zu halten und ihm die Zeit mit Trichter möglichst angenehm gestalten.

Er rennt nämlich absolut überall gegen.

Ich hab mit Absicht nicht geschrieben, welcher Verdacht im Raum steht. Ich warte auf die Laborwerte und dann teile ich es euch selbstverständlich mit.

Diagnose: Dicke Backe Teil 2

Wer sich jetzt fragt: Hö? Teil 2? Wo ist denn Teil 1, der sollte hier lesen *klick*

Adgi bekommt jetzt seid einiger Zeit Traumeel in Tablettenform, um die Muskeln zu lockern.

Warum ich wegen einer dicken Backe die Muskeln locker?

Mir ist während seiner dicken Backe aufgefallen, dass er sein rechtes Bein nicht mehr bis zum Bauch bekommen hat. Jetzt achtet mal auf euren Hund-der kann das bestimmt. Und Adgi eigentlich auch.

Da klingelten mir das erste mal die Alarmglocken.

Mit einem Stück Wurst, das Adgi nie ausschlagen würde, hab ich geschaut inwieweit er in der Lage ist den Kopf zu bewegen. Dabei fiel mir auf, dass er mit dem Kopf nicht weit nach links kommt, ohne den Körper zu bewegen. Also musste irgendwas komisch sein.

Aus der Vergangenheit heraus weiß ich, dass er Probleme mit Verspannungen im Hals hat.

Ich weiß, dass das ein Halsbandtrainingsproblem ist, das immer auftritt, wenn wir wieder mit ihm trainieren. Und bevor ihr den Kopf schüttelt: Wir suchen schon nach dem perfekten Geschirr (Her mit Tipps!)

Heute gingen dann die Massagen unter Rotlicht los. Was sich bei meinem dicken immer schwerer gestaltet. Denn er liebt Bäuchikraulen und dreht sich immer so, dass man nur sein Bäuchi kraulen kann.

Ich denke, dass Adgi es sehr genossen hat und seine linke Halsseite ist schon deutlich besser und auch auf der rechten Seite machen wir jetzt Fortschritte.

Allgemein bleibt zu sagen, dass seine Wange seither nicht mehr dick wird, er nicht mehr jault und insgesamt nicht mehr aufquietscht. Ab und an verzieht doch noch mal sein Gesicht, aber auch das ist schon deutlich weniger geworden.

Ich bin also vielleicht auf dem richtigen Weg.

 

Diagnose: dicke Backe

Ich hatte ja schon ein bisschen auf Facebook geschrieben, was mit Adgi los ist.

Bevor ich euch hier die ganze Geschichte schreibe, wollte ich sicher gehen, dass ich mich richtig entschieden habe. Also fange ich mal von ganz vorne an:

Adgi hat beim Gähnen nicht mehr einfach nur Laute gemacht, sondern schmerzhaft gequiekt.

Anfangs habe ich es nicht weiter beachtet. Es wurde gerade kalt draußen und oft bekommt er Zug an den Zähnen. Kennt ihr das? Einmal im Winter bei Frost falsch eingeatmet und euch tun die Zähne weh?

Genau das hat Adgi letzten Winter schon oft mal gehabt.

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An Tag 2 hat er dann den Kopf an die Seite gedreht, also nach links.

An Tag 3 wurde sein Auge dick. Dann wurde Wochenende und Tierklinik kam nicht in Frage. Er hat weiter gefressen, getrunken und auch draußen gedallert und sich nichts anmerken lassen. Also haben wir Salbei abgekocht und ins Trinken gemischt. Ein desinfizierender Tee hat noch keinem geschadet.

Das hat auch echt Wirkung gezeigt. Am Sonntag wurde das Jaulen besser beim Naschen und auch die Schwellung ging schnell zurück. Trotzdem zum Tierarzt wollte ich ihn trotzdem bringen.

Der gefühlte Gang zum Schafott

Michael war mit ihm da und Adgi verhielt sich von Anfang an komisch.

Er war verängstigt und hat dem Arzt auf den Boden gepullert.

Das hat er noch nie gemacht. Er freut sich auf den Arzt. Tippelt rein und lässt sich füttern. Nur an diesem Tag nicht. Ich weiß nicht warum.

Der Arzt konnte ihm nicht ins Maul schauen und hatte auch keinen Verdacht. Aber er wollte ihn Dienstag wieder sehen und Adgi sollte in Narkose gelegt werden, damit man mal reinschauen kann.

Die Nachricht erschien auf meinem Handy und mir war bewusst, nein das ist zu viel.

Kennt ihr das? Wenn ihr ganz sicher wisst, dass die vorgeschlagene Behandlung falsch ist?

Bauchgefühl

Nach langem hin und her und einem tollen Gesprüch mit der lieben Svea war ich  mir sicher, dass der Dicke nicht ohne Befund oder Verdacht in Narkose geht.

Er stank nicht aus dem Maul und auch so war er bis auf das Qiecken nicht auffällig.

Die Schmerztabletten gab es erstmal weiter und der Termin wurde abgesagt.

Siehe da, seid gestern kann der Moppel Jagdwurst hochkannt fressen, Gähnen ohne, dass man es durch die Wohnung hört und er sich unbeobachtet fühlt und toben.

Was ich damit sagen möchte

Was ich damit sagen möchte ist, passt bei jeder Entscheidung auf, dass es in eurem Sinn ist. Sobald ihr euch unwohl fühlt, dann sagt es. Stellt Fragen und vorallem aber hinterfragt! Es gibt nicht immer nur den einen richtigen Weg. Ihr müsst zufrieden sein und hört auf euren Bauch. Er hat in 85% der Fälle recht.

Bei mir war es, als wenn Adgi mich anschreit, dass er das nicht will.

Jeder guter Tierarzt beantwortet euch alle eure Fragen, nimmt sich Zeit und erklärt euch alles. Besteht darauf!

Und, wenn ihr doch nicht auf euren Bauch hören wollt und euch aber sicher seid, dass es nicht richtig, dann holt euch eine zweite Meinung ein. Von einem anderen Tierarzt oder einem Tierheilpraktiker.

Der erste Weg muss nicht immer der richtige und einzige Weg sein.