Geocaching: Zwischen Gehlsdorf und Dierkow

Am 2. Advent wollten wir mal wieder mit Adgi los Geocachen. Ursprünglich wollten wir in eine Art Park in der Innenstadt, aber Hansa spielte und der Park liegt direkt hinter dem Station. Wir entschlossen uns also woanders spazieren zu gehen, wo wir dem Verkehr aus dem Weg gehen konnten.
Es zog uns in unsere alte Wohngegend und Adgi merkte sehr schnell, wo wir genau waren.

Also parkten wir am alten Friedhof und liefen los zu den ersten Caches.

Richtung Dierkow

Der erste Cache nannte sich „Einfach so 1“ und liegt direkt am Friedhof versteckt. Lustigerweise an genau der Stelle, an der ich schon mal mit Adgi im Gebüsch saß, weil ein Mann mit Rottweiler panisch brüllte, ich solle mich verstecken. Sein Hund konnte wohl nicht mit Rüden und so saß ich da und wartete. Komisch, dass mir der Cache nicht auffiel.

Auf der Strecke kann man entlang der Weiden noch „Gehlsdorf eine Insel 4&5“ einsammeln, die aber leider komplett durchnässt waren. Auch, wenn die Verstecke echt gut waren, waren wir doch enttäuscht. Gerade das Eintragen macht immer so viel Freude. Aber wir haben dem Owner das gemeldet und so sollte beim nächsten Mal das Loggen kein Problem sein. Wenn man den Weg immer weiter geht, kommt man in Alt Dierkow raus, ein kleines Dorf am Speckgürtel von Rostock, bevor es zu den Plattenbauten geht. Wir sind hier früher ab und an lang zum Einkaufen geschlendert.
Biegt man die kommende Abzweigung nach links, kommt man Richtung Langenort raus und könnte wieder zum Ausgangpunkt zurück spazieren. Wir entschieden uns haben umzudrehen und die restlichen Caches auf der Abzweigung hinter dem Friedhof zu sammeln.

Immer Richtung Dierkow

Während wir so mit dem Suchen beschäftigt waren, haben wir die Fangesänge aus dem Stadion hören können, die durch die klare Winterluft zu uns rüber trugen. Sogar die 3 Tore gegen Chemnitz konnten wir ohne Radio mitzählen.

Richtung Gehlsdorfer Straße

Zurück am Friedhof schlenderten wir Richtung Gelhldorfer Straße und das Wunder begann: Es begann zu Schneien!
Ich glaube nach wie vor, dass Micha von meinem „ohhhhh schön“ und „Ich liebe Schnee“ Gerede dezent genervt war, aber er hielt sich zurück und grinste, während ich den Kopf in den Nacken legt und die Zunge razsstreckte. Denn nein, dafür ist man nie zu alt!

Auf dem Teil der Strecke ging es um 4 Caches, von „Blick auf Toitenwinkel“ bis „Meister Eders Werkstatt“. Wir mussten in Gebüsch kriechen und Micha durfte auf 2 Bäume klettern. Während er auf dem Baum wie eine Katze saß, war ich der dicke Hund, der immer um den Stumpf rannte und ganz aufgeregt nach oben schielte.

Wenn man den Weg am Friedhof vorbei Richtung Gehlsdorfer Straße geht, hat man einen tollen Blick über eine Wiese auf das Hollywoodviertel, das die Plattenbauten ein wenig verdeckt. Auf der Wiese sind aber viele Rehe und Schweine unterwegs, weswegen man da auf seinen Vierbeiner aufpassen sollte. Den Rückweg kann man auch hier ganz unterschiedlich antreten: Umdrehen, Rostocker Straße zurück zur Gartenanlage oder die Gehlsdorfer Straße nach rechts und durch den Ort oder der an der Warnow zurück.
Die Strecke an der Warnow wollen wir uns aber für eine Tour mit dem Kinderwagen aufheben, deswegen spazieren wir zurück, der Kakao und die Blätterteigtaschen mit eigenem Apfelmus lockten.

Das besondere an der Strecke ist, dass wir jetzt endlich wussten, warum überall so Trameplpfade waren, die wir schon so oft gesehen haben. Wir  mussten so viel grinsen auf der Tour.
Hier sind kaum Autos unterwegs und die Leute entspannt, sodass Hunde ohne Leinen laufen und toben können. Allerdings hatten wir immer ein bisschen mit dem Jäger, der seinen Hund am einen Ende des Ackers raus lies und dann mit Vollgas zum anderen Ende fuhr. Bremsen war nicht so seine Stärke. Ob es noch immer so ist, kann ich nicht sagen.

Wenn man eh in Rostock unterwegs ist und der Hund noch schnell abgeleint den Kopf frei bekommen soll, dann ist das die perfekte Tour!

Geocaching: Vom Froschkönig bei Bad Doberan

Die vorletzte Woche lag ich mit einer Erkältung flach, der Tipp des Arztes regelmäßiger Bewegung stieß nicht auf viel Motivation.
Also ging es für uns abends an den Strand, denn gibt es was besseres als frische Meerluft? Und tatsächlich half das super beim Atmen. Andere müssen in Salzgrotten gehen, wir fahren 10 Minuten ans Wasser, dick eingemurmelt und mit Taschentüchern beladen. Adgi konnte sich jedenfalls nicht beschweren.

Doch an einem nieseligen Sonntag konnte dann auch der Strand nicht mehr locken, eine andere Lösung musste her: Geocaching.
Wir hatten 3 Bedingungen für die Runde:

  1. In der Nähe sollte es sein.
  2. Am besten in Wald, das hält den Niesel ab.
  3. Mindestens 3 Caches, die nicht zu weit auseinander liegen.

Alle 3 Bedingungen erfüllt, los gehts

Wir wurden an einem Waldgebiet in Bad Doberan fündig und zwar das Waldstück an der Via Hansa (kurz vor der Dammchausee).

Parken konnten wir direkt beim Eingang des Waldstückes und dann sind wir den befestigten Weg heruntergelaufen. Bei dem Niesel war es ein Vorteil, dass der Weg mit diesen Platten, die man bei uns unter Panzerplatten kennt, gelegt war. Noch war auch das Laub so dicht, dass wir nicht nass wurden.
Alles war in eine wundervolle Mischung aus orange, braun und gelb getunkt, sodass das Grau gar nicht bis zu uns durch drang. Wir schlenderten den Weg hinab, sodass wir fast den ersten Cache verpasst haben, doch es hieß „Mach mal Pause“ und dem folgten wir. Ein wahnsinnig toller Cache, der, wenn man es ein paar mal gemacht hat, auffällt, aber ansonsten perferkt in die Natur integriert ist.
Voller Stolz war ich, als ich ihn gefunden hatte, klebte unseren Aufkleber ein und versteckte ihn wieder.

Der Froschkönig war unser nächstes Ziel und Micha wurde schon ganz unwohl, der mag nämlich so gar keine Frösche. Aber er war mutig, denn dieses mal wurde er fündig und griff beherzt ins Versteck und reckte mir tatsächlich einen Froschkönig entgegen.

Mit Begleitung der Molli

Wir schlenderten tiefer in den Wald und bogen ab. Keine Menschenseele war unterwegs, Adgi trabte vor uns her und in der Nähe hörten wir die Molli, die anscheinend aus Kühlungsborn kam und schon vor Bad Doberan ihre Ankunft voraussagte mit ihrem rauchigem Pfeifen. Einen Moment lauschten wir der kleinen Schmalspurbahn noch und als sie unter dem Singen der Vögel in die Ferne rückte meldete sich die App, dass wir am nächsten Ziel sind.
Zwischen den Lebensbäumen wirkte es, als wäre es schon viel dunkler. Die Dunkelheit in Nadelwäldern oder hier zwischen den Lebensbäumen ist mir unheimlich. Es ist eine andere Dunkelheit als die der Nacht und so war ich mehr als glücklich auch diesen liebevollen Cache gefunden zu haben. 2:1 für mich. Ein seltener Stand zwischen Micha und mir.

Weiter ging es zu unserem letzten Ziel, denn die Dämmerung schritt immer weiter fort. Es sollte an eine Eisenquelle gehen. Schon während der Planung habe ich irgendwie etwas riesiges erwartet. Super naiv habe ich irgendwas industrielles erwartet. Eisen eben. Das Wort „Quelle“ hat mein Kopf ganz schnell durch „Werk“ ersetzt und deswegen fragt ich mich auch schon die ganze Zeit, wo dieses riesen Ding denn hier bitte sein soll.

Eisenquelle, die wirklich eine Quelle ist

Dann waren wir da und starrten in die Quelle: Nicht viel größer als eine stattliche Pfütze lag sie vor uns. Glasklar mit grauem Boden und dort sprudelte es ununterbrochen aus der Mitte.

Im Frühling ist dort bestimmt schöner, als an einem grauen Herbsttag. Zumindest laut dem Bild des Owners. Aber trotzdem standen wir bestimmt 5 Minuten davor und starrten unablässig in die Quelle, aus der das Grundwasser hervor sprudelte. Erst als Adgi platschend in den kleinen Rinnsal sprang wurde uns wieder bewusst, dass wir ja aus einem Grund hier waren und so fand ich den Cache noch vor Micha und ging als Gewinner aus dem Spaziergang.

Noch auf dem Hinweg erfreuten wir uns daran, wie verlässlich Adgi war und aktuell ist. Das Gegenteil bewies er uns dann aber dann doch und zack war er weg.
Ein anderer Hundehalter kam uns entgegen, der zum Glück lächelte, statt uns Vorwürfe zu machen. Aber zum Glück stand Adgi wenig später wieder vor uns und kam an die Leine.

Eine wirklich tolle Runde!